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Politik bringt Klingenhallen-Ausbau für BHC ins Spiel

Hallendiskussion in Solingen : Politik bringt Ausbau Klingenhalle ins Spiel

Durch das Aus am Piepersberg steht die Standort-Suche für die neue Arena des Handball-Erstligisten BHC wieder auf Start. Von der SPD kommt die Idee einer Erweiterung in der Klingenhalle. Die Konkurrenz aus Wuppertal ist stark.

Die Ernüchterung ist immer noch mit Händen zu greifen. Und entsprechend groß bleibt einstweilen auch in der Solinger Politik die Ratlosigkeit. Nachdem sich Ende September das Vorhaben des Handball-Bundesligisten Bergischer HC, im geplanten Gewerbegebiet Piepersberg-West eine Mehrzweckhalle zu bauen, zerschlagen hat, wird fieberhaft nach einem neuen Standort für eine moderne Arena Ausschau gehalten.

Wobei die Zeit mittlerweile drängt. Denn durch den Vorstoß der Wuppertaler Grünen, ein Areal im Zentrum von Elberfeld für einen Neubau zu nutzen, steigt der Druck auf die Akteure in der Klingenstadt zusehends. Weswegen nun eine alte Idee neu ins Spiel kommt. So regte der Vorsitzende des Solinger Sportausschusses, Ernst Lauterjung (SPD) am Donnerstag an, über einen Ausbau der Klingenhalle zumindest noch einmal nachzudenken.

„Das könnte eine denkbare Option sein“, sagte der Sozialdemokrat auf Anfrage unserer Redaktion. Schon früher, so Lauterjung, hätten phasenweise diesbezügliche Pläne existiert. Und angesichts der jüngsten Entwicklung sei eine solche Möglichkeit wenigstens nicht von vornherein abzulehnen, betonte der SPD-Mann. „Seinerzeit war die Rede von einen Fassungsvermögen von insgesamt rund 3750 Plätzen, das unter anderem durch eine Erweiterung auf den Hintertorseiten erreicht werden sollte“, erinnerte sich der Ausschuss-Vorsitzende, der parallel allerdings auch unterstrich, ein dergestaltes Vorhaben ergebe nur dann einen Sinn, wenn der BHC ebenfalls hinter dieser Lösung stehe.

Das ehemalige Briefverteilungszentrum der Deutschen Post am Kleeblatt in Wuppertal. Foto: Wuppertaler Rundschau

Tatsächlich aber war von Vereinsseite bislang immer eine notwendige Kapazität in Höhe von etwa 6000 Zuschauern bei Handballspielen kommuniziert worden. Was zur Folge hat, dass der Vorstoß Lauterjungs bei der Solinger CDU am Donnerstag zunächst einmal eher zurückhaltend aufgenommen wurde. Zwar sei zu überlegen, in welcher Form das sportliche Aushängeschild des Bergischen Landes langfristig in der Klingenstadt gehalten werden könnte, sagte Ratsherr Frank Schütz, stellvertretender Vorsitzender des Sportausschusses. Und in diesem Zusammenhang sei sicherlich auch zu überlegen, inwieweit ein Umbau der Klingenhalle den Bedürfnissen des Clubs entspräche.

Indes stünden, so der CDU-Mann, einem solchen Ansatz möglicherweise hohe Hürden entgegen. Frank Schütz: „Es ist richtig, dass eine solche Option vor einigen Jahren schon einmal im Raum gestanden hat. Nur wäre bei einem neuen Anlauf zu klären, ob der Verein das will und welche weiteren Beschränkungen es zum Beispiel durch den Architekten gibt.“

Gleichwohl ist allen Beteiligten bewusst, dass die Aktivitäten auf Wuppertaler Seite durchaus die Gefahr bergen, den Handball-Standort Solingen zu schwächen. Denn immerhin haben die dortigen Grünen mit ihrem Vorschlag, eine Halle auf einem Areal mitten in Elberfeld hochzuziehen, eine potenziell realistische Variante aufgezeigt.

Der Grund: Eigentlich ist die besagte Fläche am Kleeblatt für das seit langem geplante Wuppertaler Outlet-Center vorgesehen. Doch dessen Bau erscheint inzwischen ungewisser denn je, so dass am Ende in der Tat eine alternative Nutzung aktuell werden könnte.  Der BHC selbst signalisierte jedenfalls bereits, das Elberfelder Zentrum gegebenenfalls in seine Überlegungen mit einzubeziehen.

Bei der Stadt Solingen wollen die Verantwortlichen derweil – nach dem Aus am Piepersberg – nach Ausweichquartieren Ausschau halten. So kündigte Stadtdirektor Hartmut Hoferichter am Donnerstag an, einige schon vor Jahren diskutierte Standorte innerhalb der Klingenstadt ein weiteres Mal prüfen zu lassen. Dazu gehört etwa der Dorperhof. Zudem versicherte die Stadt, in einem engen Austausch mit dem Verein zu bleiben.