Solingen: Planungen verworfenDuschen absolut unzureichendAuf der Streichliste„Römisches Bad“

Solingen : Planungen verworfenDuschen absolut unzureichendAuf der Streichliste„Römisches Bad“

Das 1975 eröffnete Hallenbad Vogelsang ist seit August 2006 Zentrum des öffentlichen Schwimmbetriebes. In den letzten Jahren wurden in dem Walder Bad die Lüftungsanlage, das Flachdach und die Schwimmbadtechnik saniert sowie Brandschutzmaßnahmen umgesetzt. Für weitere Instandhaltungsarbeiten müssten kurzfristig 16 000 Euro bezahlt werden, mittel- bis langfristig dagegen 1,86 Millionen Euro. Für die Erweiterung des Hallenbades Vogelsang um ein Lehrschwimmbecken wurden 2002 vom Vermögensbetrieb zwei Varianten geprüft. Eine „kleine Lösung“ mit einem Lehrschwimmbecken (17 x 9 Meter); Kosten geschätzt 2,55 Millionen Euro. Und eine „große Lösung“ mit Lehrschwimmbecken (25 x 12,5 Meter) nebst einem weiteren Planschbecken; Kostenschätzung: 4,15 Millionen Euro. Beide Vorschläge wurden jedoch zugunsten einer möglichen Erweiterung der Klingenhalle nicht weiter verfolgt.

Die Klingenhalle war ursprünglich nur als Sporthalle geplant. Später kam der Gedanke auf, im Untergeschoss auch noch ein Sportschwimmbad einzurichten. „Dies macht sich in der gesamten Konstruktion der Schwimmhalle bemerkbar“, schreibt der Vermögensbetrieb in seiner Informationsvorlage für den Sportausschuss. Das Schwimmbecken sei wegen unzureichender Raumhöhen unüblicherweise direkt in das Erdreich eingebaut worden.

Künstliche Beleuchtung

Das hat zur Folge, dass der Tageslichteinfall durch die nach Nord-Westen ausgerichtete Fensterfront ungünstig ist und „permanent künstliche Belichtung“ erfordert. Nicht zuletzt seien die Duschen und Umkleiden – auch aus hygienischen Gesichtspunkten – heutzutage „absolut unzureichend“.

Im Klingenbad überwiegt der Anteil für Vereinssport und Schwimmunterricht der Schulen; für die Öffentlichkeit ist das Bad nur an drei Tagen stundenweise geöffnet. Der Vermögensbetrieb ermittelte einen Instandhaltungsstau von insgesamt 1,943 Millionen Euro. Kurzfristig wären rund 360 000 Euro für Instandhaltungsnotwendigkeiten aufzubringen, mittelfristig (ab 2008) weitere 1,583 Millionen Euro.

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In den Jahren 2002/2003 wurde die Erweiterung der Schwimmhalle um ein Lehrschwimmbecken von der Sportpolitik erwogen. Auch hierfür hat der Vermögensbetrieb spitz gerechnet und eine Kostenaufstellung in Höhe von 3,35 Millionen Euro vorgelegt. Eine Erneuerung der bisherigen Umkleiden, Schaffung zusätzlicher Umkleiden für das neue Becken, weitere Technikräume für Heizung und Lüftung sowie Zugangs-, Bewegungs- und Zuschauerflächen wären erforderlich.

Der Allgemeinzustand des Hallenbades Ohligs an der Sauerbreystraße ist zwar erheblich besser als der des Hallenbades Birkerstraße. Allerdings ist die Lüftungstechnik des 1928 erbauten Bades seit einiger Zeit erneuerungsbedürftig. Das fehlende Bäderkonzept und die damit verbundene unklare Zukunft des Bades hinderten den Vermögensbetrieb daran, Sanierungen vorzunehmen. Kurzfristig besteht in Ohligs zwar kein Sanierungsbedarf, wenn man die jetzigen Standards akzeptiert. Mittel- und langfristig erforderliche Instandhaltungsmaßnahmen werden vom Vermögensbetrieb mit 1,5 Millionen Euro beziffert. Nach Vorstellungen von CDU und SPD soll das Ohligser Hallenbad aufgegeben werden, wenn ein neues Frei- beziehungsweise kombiniertes Frei- und Hallenbad eröffnet wird.

Seit dem 1. August vergangenen Jahres wird das Hallenbad an der Birkerstraße als Schulsport- und Vereinsbad genutzt. Seit Monaten laufen zudem Gespräche der Verwaltung mit der Lebenshilfe, die möglicherweise das vor über 100 Jahren errichtete Bad übernimmt, wenn es sich betriebswirtschaftlich rechnet. Die Gespräche sind indes noch nicht zum Abschluss gekommen. Der Instandhaltungsstau am Birkerbad ist nach Meinung des städtischen Vermögensbetriebes zwar gravierend, kurzfristige Reparaturen sind allerdings nicht vorgesehen. Bei Erhalt des Bades müssten mittelfristig zirka 1,8 Millionen Euro investiert werden, langfristig rund 570 000 Euro. Die Herrichtung des ehemaligen „Römischen Bades“ würde mit rund 650 000 Euro zu Buche schlagen.

(RP)