Solingen: Pippi wirbelt über die Naturbühne

Solingen: Pippi wirbelt über die Naturbühne

Mit der Premiere von "Pippi im Taka-Tuka-Land" wurde die neue Spielzeit am Blauen See in Ratingen eröffnet.

Seit 1999 verzaubert Theaterconcept in Ratingen Klein und Groß. In diesem Jahr sticht Pippi Lotta Viktualia Rollgardina Schokominza Efraims Tochter Langstrumpf, wie der weltbekannte Rotschopf aus Schweden mit vollständigem Namen heißt, mit ihren Freunden in See. Viele bekannte Gesichter aus bereits vergangenen Vorstellungen erwarteten die Besucher am Premierentag.

Die Tribüne für die Zuschauer am Blauen See ist überdacht. Am Premierenwochenende waren auch warme Decken gefragt. Foto: Achim Blazy

Und obwohl schon oft auf der Bühne in Ratingen gespielt, die Geschichten um das Mädchen mit den markanten roten Zöpfen haben ihren Reiz bei den Zuschauern noch lange nicht verloren. Trotz grau verhangenem Himmel kamen sie zum Blauen See.

Die ab und zu hervorlugende Sonne konnte die etwas frischen Temperaturen allerdings nicht vertreiben. In eine warme Decke gekuschelt, saß Sabine Mertens mit zwei Kindern in der zweiten Reihe. "Pippi Langstrumpf geht immer. Für uns alle ist es immer wieder spaßig, wie sie vor der wunderschönen Kulisse hier ihre Späße treibt. Ihre Geschichten sind so herrlich zeitlos und auch für die Kleinen bestens geeignet. Meine Kinder sind jedes Mal begeistert und ich fühle mich in meine Kindheit versetzt. Die Stücke sind jedes Jahr anders und immer so liebevoll inszeniert", schwärmte die vierfache Mutter. Seit 2008 hat sie noch kein Stück am Blauen See verpasst.

Eine besonders weite Anreise hatte Sofia. Die Fünfjährige kommt aus Paris. Sie ist zu Besuch bei ihrer Oma in Krefeld und verfolgte mit ihr gebannt, wie "Fifi Brindacier", wie Pippi in Frankreich genannt wird, auf der Bühne ihren Schabernack treibt und gleich fünf Mal Leute im Wasser landen. Wild klatschte sie, als Pippi den Kofferraumdeckel vom Auto des "feinen Herren" abriss (eine amüsante Anspielung auf den aus der Klatschpresse bekannten Millionär Robert Geiss, die allerdings wohl nur die Erwachsenen verstanden), in der "Südsee" zwei Diebe und den bösen Hai vertrieb und Kapitän Langstrumpf mit einem gekonnten Hechtsprung ins Wasser tauchte, um seine geliebte Frau Prysselius zu retten.

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Die Zuschauer waren begeistert von der gelungenen Premiere und belohnten die Darsteller mit kräftigem Applaus. Auch die Organisatoren und Schauspieler waren zufrieden. "Es ist alles prima gelaufen. Das Wetter war ideal zum Spielen, denn auf der Bühne kommen wir immer gehörig ins Schwitzen, da kamen uns die niedrigen Temperaturen gerade recht. Aber für die Zuschauer war es wohl doch recht frisch", sagte Hannah Rühl alias Pippi Langstrumpf bei der anschließenden Autogrammstunde. Geduldig signierte sie zusammen mit ihren Kollegen Poster, Flyer und Programmhefte. Die jungen Besucher standen brav an, um Pippi & Co. einmal ganz nahe zu sein und neben dem Autogramm auch vielleicht noch ein Erinnerungsfoto zu erhaschen.

"Ich komme bald wieder. Denn ich möchte den Räuber Hotzenplotz auch sehen. Mal gucken, wer da ins Wasser fällt", freut sich der sechsjährige Lennart und zeigt stolz einen Flyer mit den ergatterten Unterschriften.

Denn zum ersten Mal in diesem Jahr gibt es zwei verschiedene Stücke auf der Naturbühne. "Die Zuschauer haben sich mehr Abwechslung gewünscht. Darum starten wir den Versuch, auch wenn es bei den Vorbereitungen nicht immer einfach war", sagte Produktionsassistentin Tanja Bockelkamp.

(RP)
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