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Solingen: Pilze als Leinwände

Solingen : Pilze als Leinwände

Am Freitag ist der 33. Kunsthandwerker-Basar auf Schloss Burg gestartet. Mehr als 160 Aussteller aus Deutschland und dem europäischen Ausland bieten Unikate aus dem Bereich Schmuck, Mode und Wohnen an.

An den kleinen Kostbarkeiten bleiben sofort die Blicke haften. Ausdrucksstarke lebensechte Tier- und Naturmotive mit viel Liebe zum Detail ziehen die Besucher magisch an. Denn das Außergewöhnliche daran ist das Material, auf dem die Bilder gezeichnet sind — Baumpilze. Anne M. Paas hat eine große Auswahl ihrer Werke mitgebracht, um sie auf dem Basar der Kunsthandwerker auf Schloss Burg zu präsentieren.

"Das ist weltweit einzigartig", erklärt die Künstlerin aus Gevelsberg. Sie habe schon geforscht, ob es noch jemanden gibt, der solche Kunstobjekte herstellt. Doch diese Suche blieb ergebnislos. Wie sie auf diese Idee kam? "Ich habe als Portraitmalerin gearbeitet", erinnert sie sich. Irgendwann suche man dann auch nach Material, das anders sei. "Ich habe ein Faible für Pilze und schon immer mit Baumpilzen dekoriert." So habe sie ihre Idee in die Tat umsetzte.

Doch zuerst musste Paas einige Anfangsschwierigkeiten überwinden. Insgesamt 80 verschiedene Baumpilzarten gibt es, und nur eine einzige eignet sich für ihre Malerei, die Kunst-Pyrographie. Sie brennt ihre Motive in das Trägermaterial.

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Für die Baumpilze musste sie eine spezielle Technik entwickeln. So entstehen Bilder in warmen Naturtönen. Hart, haltbar, hell, das sind die Kriterien, nach denen die Künstlerin ihre Pilze aussucht. "Ich kann nur zehn Prozent der Pilze verwenden." Doch die Motive passt sie an die Pilzformen an. So wirkt es, als blickten Frosch, Wolf, Delphin oder Eisbär den Betrachter neugierig an.

Individuelle Geschenkideen bietet der Basar mit seinen über 160 Kunsthandwerkern aus Deutschland und dem europäischen Ausland reichlich. Von Keramiken in allen Formen und Farben, Schmuck aus Metall, Steinen, Glas oder gar Besteck, Korb- und Papierwaren über Hüte und Filzobjekte bis hin zu Stofftieren und Leder. Auch Holz gibt es in allen Variationen, mal als Brett, als Kochlöffel oder gar als Grußkarte.

Dem Künstler Wolf Münninghoff kann man beim Fertigen seiner Steinskulpturen über die Schulter sehen. Radierungen oder Edelstahl-Objekte, die mit Naturmaterialien kombiniert wurden, dürften nicht nur Kunstliebhabern gefallen.

Ganz seltene Leckereien hat Sima Turner aus Tel Aviv mitgebracht: handgefertigte israelische Backspezialitäten. Extra aus Israel ist sie zu Schloss Burg gekommen, mit rund 13 verschiedenen Plätzchen und Keksen im Gepäck — alle selbst gebacken mit den typischen Zutaten aus Israel. Die lassen so manchen Feinschmecker schwach werden.

(RP)