Solingen Pfarrer mit Sonderauftrag

Solingen · Der 56-jährige Theologe Wolfgang Vorländer hat die neue „Pfarrstelle mit besonderem Auftrag“ im evangelischen Kirchenkreis bekommen. Er hat viele Talente und eine Zusatzausbildung als Konfliktschlichter.

Wolfgang Vorländer strahlt Dynamik aus. Der Pfarrer greift zur Gitarre. Früher sei er mal viele Jahre Liedermacher gewesen. „Lass deine Augen auf uns ruhen“ – ein selbst geschriebenes Lied singt er an diesem Vormittag mit den Kindern des Rupelrather Kindergartens der evangelischen Kirchengemeinde. Auch eine biblische Geschichte erzählt er ihnen. Dies ist ein Einsatz des neuen Pfarrers, der im Rahmen der Gemeindearbeit erfolgt.

Gemeindepfarrer im klassischen Sinne ist der 56-Jährige aber nicht. Vielmehr hat er jetzt im evangelischen Kirchenkreis eine „Pfarrstelle mit besonderem Auftrag“ bekommen. Zu seinen Aufgaben wird vor allem die Entlastung des stellvertretenden Superintendenten, Pfarrer Hans Wilhelm Ermen, in der Kirchengemeinde Rupelrath gehören. Außerdem wird er unter anderem für die neue Kircheneintrittsstelle des evangelischen Kirchenkreises verantwortlich sein, die am Reformationstag, 31. Oktober, im Anbau der Walder Kirche eröffnet wird.

Weitere Aufgaben werden ihm im nächsten Jahr noch übertragen, berichtet er unserer Zeitung. Der Theologe wurde von der Landeskirche in die neu geschaffene Stelle entsandt. Mehrere solcher Jobs mit Sonderauftrag wurden in den vergangenen Monaten in Kirchenkreisen der evangelischen Kirche im Rheinland eingerichtet. Sie sind auf maximal sechs Jahre befristet.

Wolfgang Vorländer ist ein Pfarrer mit zahlreichen Talenten. Der 56-Jährige hat zehn Bücher zu theologischen Lebensstilfragen geschrieben, hat als Unternehmensberater Führungskräfte gecoacht und ist ausgebildeter Wirtschaftsmediator. Zurzeit macht er eine Weiterbildung zum Lehrmediator.

Mediator – das ist ein Konfliktschlichter. Dazu sei eine spezielle Zusatzausbildung erforderlich. Wenn es in einem Team hakt, holt er die Beteiligten an einem Tisch. Statt über das Gewesene zu lamentieren, wird konsequent nach vorne geschaut, um eine Lösung zu erarbeiten. Besonderheit: Die Konfliktpartner erarbeiten dabei selber die Lösung und verständigen sich auf eine Vereinbarung. Es gibt am Ende also keinen Schiedsspruch und auch keinen Gewinner und Verlierer.

Streit in Mangenberg schlichten?

Wolfgang Vorländer wäre doch eigentlich der ideale Fachmann, um den Konflikt der „Mangenberger Protestanten“ mit der evangelischen Kirchengemeinde Wald zu lösen? Vorländer kennt den Fall, der die Gemeinde und den Seelsorgebezirk vor eine Zerreißprobe stellt. „Auch in kirchlichen Konflikten stehe ich zur Verfügung“, sagt er. Wenn Bedarf bestehe und er darum gebeten werde, könne er sich vorstellen, in Mangenberg tätig zu werden.

Der 56-Jährige war Gemeindepfarrer in Wuppertal und Denklingen im Rheinland sowie Bildungsreferent beim CVJM mit deutschlandweiten Einsatz. Seit drei Jahrzehnten hält er vielerorts Vorträge. Das hat dem Theologen einen gewissen Bekanntheitsgrad eingebracht.

Wolfgang Vorländer wohnt in Nümbrecht bei Gummersbach. Er ist mit einer Journalistin verheiratet und hat vier erwachsene Kinder.

(RP)
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