Personalmangel auf Rettungswagen in Solingen

Krankheitsbedingte Ausfälle : Personal-Engpässe beim Rettungsdienst

In diesem Jahr mussten schon an drei Samstagen Rettungsfahrzeuge des Roten Kreuzes in der Wagenhalle bleiben. Der Grund: Mitarbeiter waren krank geworden. Eine Sicherheitsgefahr bestand nicht. Dennoch besteht Handlungsbedarf.

Wenn sie gerufen werden, zählt häufig jede Sekunde. In Solingen sind zurzeit acht Rettungswagen (RTW) im Einsatz, von denen sechs Fahrzeuge rund um die Uhr startklar sind. Allerdings kommt es auch in der Klingenstadt immer wieder zu personellen Engpässen, was zur Folge hat, dass die Berufsfeuerwehr ihre Mannschaftsstärke in den nächsten Jahren weiter ausbauen wird.

Das hat der stellvertretende Leiter der Solinger Berufsfeuerwehr, Sebastian Wagner, in dieser Woche bestätigt. „Momentan stehen inklusive des Personals für die gemeinsam mit der Stadt Wuppertal betriebene Leitstelle 188 Feuerwehrleute zur Verfügung“, sagte Wagner, der parallel ankündigte, die Zahl der Einsatzkräfte in Zukunft auf dann 193 Feuerwehrmänner und -frauen zu erhöhen.

Hintergrund für die Aufstockung ist unter anderem die Personalsituation im städtischen Rettungsdienst. Dieser wird je zur Hälfte von der Berufsfeuerwehr sowie von den beiden externen Leistungserbringern Deutsches Rotes Kreuz (DRK) und Arbeiter-Samariterbund (ASB) getragen – wobei  es im laufenden Jahr an in der Summe drei Samstagen nicht möglich war, alle eigentlich eingeplanten RTW in der Fahrbereitschaft zu halten.

Im Klartext: Beim DRK waren an den besagten Wochenenden mehrere Rettungssanitäter krankheitsbedingt ausgefallen, so dass einer der Rot-Kreuz-Rettungswagen am Ende jeweils in der Halle stehen bleiben musste. „Wir waren seinerzeit aufgrund der Kürze der Zeit nicht mehr in der Lage, diese Ausfälle auf den Fahrzeugen zu kompensieren“, erinnerte sich der Kreisgeschäftsführer des DRK Solingen, Dr. Thorsten Böth, jetzt noch einmal auf Anfrage unserer Redaktion an die Engpässe.

Zwar versicherten sowohl Böth, als auch Vize-Feuerwehrchef Wagner, es habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Sicherheit der Bevölkerung bestanden. So gebe es in Solingen – im Gegensatz zu anderen Städten – keineswegs die Situation, dass Fahrzeuge dauerhaft nicht einsatzbereit seien, hieß es vonseiten des Roten Kreuzes sowie der Feuerwehr.

Gleichwohl bleibt es das Ziel aller Verantwortlichen in der Klingenstadt, möglichst zu jedem Zeitpunkt  die eigentlich vorgesehene Zahl an Rettungsfahrzeugen im Einsatz zu haben – weswegen die erwähnten Ausfälle später zwischen allen Beteiligten besprochen wurden. Was allerdings nichts an der Tatsache ändert, dass es deutschlandweit einen Mangel an Rettungssanitätern beziehungsweise Notfallsanitätern gibt, der sich auch in der Klingenstadt bemerkbar macht.

Im Solinger Rettungsdienst werden insgesamt acht Fahrzeuge vorgehalten. Sechs dieser RTW befinden sich jeweils im 24-Stunden-Dienst, sind also rund um die Uhr besetzt. Die zwei weiteren Rettungsfahrzeuge sind wiederum temporär im Einsatz, wobei in der Klingenstadt vier Fahrzeuge von der Berufsfeuerwehr und vier Wagen von den Leistungserbringern DRK sowie ASB gestellt werden.

Die Teilbereiche des Rettungsdienstes, die von den Hilfsorganisationen erbracht werden, kommen in regelmäßigen Abständen zur Neuausschreibung beziehungsweise Neuvergabe durch die Stadt Solingen. Bei der letzten Vergabe im Jahr 2016 hatte sich der Arbeiter-Samariterbund erstmals gegen die Malteser durchgesetzt und den Zuschlag erhalten. Die Malteser hatten bis dato sowie über etliche Jahre hinweg diesen Teil des Rettungsdienstes in der Klingenstadt neben dem DRK innegehabt.

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