Party-Pilotprojekt in der Festhalle

Solingen: Party-Pilotprojekt in der Festhalle

Mitglieder des Jugendstadtrats, die Eventfabrik und André Hitzegrad wollen junges Publikum locken.

Wo finden nach der Schließung des Getaways künftig Partys in Solingen statt ? Eine Frage, die vor allem für Jugendliche unter 18 Jahren interessant sein dürfte. Für eine kurzfristige Lösung ziehen nun der Jugendstadtrat, André Hitzegrad und der Veranstalter "Eventfabrik" an einem Strang. Am 23. März findet in der Ohligser Festhalle erstmals eine Party für Jugendliche ab 16 Jahren statt.

"Wir hoffen, dass sich daraus etwas entwickelt. Ansonsten gibt es wenige U 18-Angebote", sagt Alexander Vollbach. Der 23-Jährige gründete 2014 mit seinem Bruder Dominik (21) die Eventfabrik. Seitdem organisierten sie nebenberuflich Partys im Get. Nach der Schließung der Kult-Disco müssen sich auch die Brüder neu orientieren.

"Der 23. März ist ein Pilotprojekt", kündigt Alexander Vollbach an. Am letzten Schultag vor den Osterferien feiern die Schüler ihre Freizeit und die Abiturienten das Ende ihrer Mottowoche. Die letzten Jahre hat die Feier im Getaway stattgefunden - mit der Festhalle habe man nun wieder einen starken Partner gefunden. "Ich bin sehr offen für neue Ideen und gucke mir erstmal alles an", sagt Betreiber André Hitzegrad. Die Party passe in das Konzept, nicht auf bestimmte Veranstaltungs-Arten festgelegt zu sein. Neben regelmäßigen Konzerten und Feiern findet in der Festhalle beispielsweise eine Ü70-Party statt. Nun wird die andere Seite der Alterspyramide erschlossen.

Hitzegrad und Vollbach sind sich einig, dass die Zeiten der Großraum-Diskotheken vorbei sind. "Reine Discos sind zu limitiert in ihren Möglichkeiten", sagt Alexander Vollbach. Das veränderte Ausgehverhalten erfordere neue Lösungsansätze. Denkbar wäre eine Veranstaltungsreihe in regelmäßigen Abständen und eine andere Nutzung in der Zwischenzeit. Nach der Party am 23. März möchten sich die Vertreter der Eventfabrik und der Festhalle zusammensetzten, um zu überlegen, ob aus dem Pilotprojekt eine langfristige Kooperation werden könnte. Beide Seiten signalisieren, für diese Lösung offen zu sein.

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"Wir hoffen, dass das der Grundbaustein für eine zukünftige Zusammenarbeit ist", sagt Max Gunkel, Mitglied des Jugendstadtrates (JSR). Das Gremium hat sich auf die Fahne geschrieben, Jugendlichen eine Alternative zum Getaway zu bieten, um "das Soziale aufleben zu lassen" und den Verlust Solingens einziger Diskothek aufzufangen. Mit der gefundenen Lösung sei man sehr zufrieden, erklärt Gunkel.

Die Mitglieder des Gremiums wissen, dass sie nicht über die Kenntnisse erfahrener Veranstalter verfügen. Sie wollen sich deshalb mit ihren Kontakten zur jungen Generation einbringen. "Wir haben Mitglieder an jeder Schule", erklärt Finn Grimsehl-Schmitz, Mitglied des Jugendstadtrates. Die sollen die Werbetrommel rühren. "Es ist wichtig, dass die Party läuft und wir zeigen: Solingen ist nicht tot."

Alexander Vollbach kündigt an, auch nach der Feier Ende März mit dem Jugendstadtrat in Kontakt bleiben zu wollen, um gegebenenfalls bei weiteren Partys zusammenzuarbeiten. "Ich finde super, dass sich die Mitglieder Gedanken machen, wie es weitergehen könnte." Derweil suchen die JSR-Mitglieder nach Alternativen. Dazu wurden zuletzt Arbeitsgruppen gebildet, die etwa nach möglichen Standorten für Partys oder potenziellen Veranstaltern suchen.

(RP)