Solingen: Parkplatznot vor Haus Müngsten

Solingen : Parkplatznot vor Haus Müngsten

Die Lebenshilfe als Betreiberin des Restaurants in Müngsten beklagt in den Wintermonaten einen Umsatzrückgang von mehr als 50 Prozent. Lebenshilfe-Chef Kurt-Reiner Witte fordert darum nun einen neuen Parkplatz.

Der Winter ist die dunkle Jahreszeit. Und das gilt für die Betreiber von Haus Müngsten nicht nur wettertechnisch. Die Umsätze in dem von der Lebenshilfe betriebenen Restaurant im Brückenpark sind in den vergangenen Monaten um mehr als 50 Prozent zurückgegangen.

Der Grund: In unmittelbarer Nähe zu Haus Müngsten gibt es nur wenige Parkplätze, so dass die Gäste ausbleiben. Darum fordert Kurt-Reiner Witte, Vorsitzender der Solinger Lebenshilfe, nun eine schnelle Lösung. "Bis zum Sommer brauchen wir einen neuen Parkplatz", sagte Witte gestern der Morgenpost.

Er will die Fläche neben dem Haus Müngsten, die früher einmal für das Haus am Wasser vorgesehen war, zur Parkfläche für das Restaurant machen. "Wir haben das Gelände seinerzeit an die Stadt Solingen verkauft. Da das Haus am Wasser aber nie realisiert wurde, muss geprüft werden, ob wir die Fläche zurückkaufen können", sagte Witte. Bis zur Umsetzung dieses Plans schwebt der Lebenshilfe eine Freigabe des Müngstener Brückenweges im Bereich zwischen Schranke und Haus Müngsten für das Parken vor.

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Inwieweit sich diese Pläne realisieren lassen, ist aber ungewiss. Bodo Middeldorf, Geschäftsführer der Bergischen Entwicklungsagentur, weiß zwar um die Probleme — zumal der Park im Zuge der Bewerbung der Müngstener Brücke als Weltkulturerbe immer mehr Zulauf erfährt. Middeldorf bewertet das Vorhaben, einen neuen Parkplatz einzurichten, aus mehreren Gründen aber dennoch eher skeptisch. Zum einen bezweifelt Middeldorf, dass "20 oder 30 neue Abstellgelegenheiten" auf dem Areal direkt neben Haus Müngsten dem Parkplatzbedarf des Restaurants dauerhaft genügen würden.

Zum zweiten wurde die Fläche, die früher für das Haus am Wasser vorgesehen war, erst vor kurzem zu einem Platz für Spaziergänger umgebaut. Diese Maßnahme wurde von den drei bergischen Großstädten als Mitbesitzern der BEA mitfinanziert, was zur Folge hat, dass die Nutzung des Areals für viele Jahre festgelegt ist.

Drittens verweist Middeldorf aber auch darauf, dass man sich bei der Einrichtung des Brückenparks vor einigen Jahren im Rahmen der Regionale 2006 bewusst dafür entschied, keinen Autoverkehr bis zum Park zuzulassen, um so den Freizeitcharakter in Müngsten zu erhalten. "Würde jetzt ein Parkplatz eingerichtet, käme es zu einer Zunahme des Verkehrs, die auch mit einem elektronischen Leitsystem nicht in den Griff zu bekommen wäre", so Bodo Middeldorf.

Zurzeit drückt die Stadt bei größeren Veranstaltungen in Haus Müngsten ein Auge zu, wenn es darum geht, an Falschparker Knöllchen zu verteilen. Für Kurt-Reiner Witte von der Lebenshilfe ist dies aber keine Dauerlösung. "Wir mussten schon unser Personal in Haus Müngsten im Winter halbieren", sagte Witte. Sollte kein neuer Parkplatz kommen, werde die Lebenshilfe wohl endgültig von Plänen Abstand nehmen, am Eingang des Parks das Haus am Hang zu bauen. Dieses Gebäude war ursprünglich als fester Bestandteil des Parks vorgesehen.

(RP/rl)