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Solingen: Parken in Innenstadt soll billiger werden

Solingen : Parken in Innenstadt soll billiger werden

Gut vier Wochen vor der Hofgarten-Eröffnung gibt es Pläne, Kunden Parkrabatte zu gewähren. So soll die City attraktiver werden. Erste Gespräche fanden statt. Händler müssten Kosten tragen. Sie zeigen sich aber prinzipiell offen für die Idee.

Der Tag der Eröffnung wirft seine Schatten voraus. Zurzeit erledigen Handwerker auf Solingens größter Baustelle die letzten Arbeiten, damit in knapp einem Monat alles fertig ist. Am 24. Oktober beginnt mit dem Einkaufscenter Hofgarten am Graf-Wilhelm-Platz eine neue Zeitrechnung. Ein Datum, dem auch die übrigen City-Händler gebannt entgegenblicken. Denn die neue Shopping-Mall soll der ganzen Innenstadt einen Aufschwung bescheren und mehr Kunden nach Solingen locken.

Damit der Hofgarten für den Handel in der Klingenstadt aber nicht nur ein kurzes Zwischenhoch bringt, sind aus Sicht des Initiativkreises Solingen zusätzliche Maßnahmen nötig. Jan Höttges hat als erster Vorsitzender des Initiativkreises jetzt eine neue Offensive für günstigeres Parken in der Innenstadt gestartet. "Ziel ist es, dass die Kunden in der City flächendeckend Parkrabatte bekommen", sagte Höttges gestern.

Die Idee, die in anderen Städten der Region längst umgesetzt wird: Kaufen Kunden in einem Geschäft etwas ein, können sie sich einen bestimmten Betrag auf ihrem Parkticket gutschreiben lassen. Dieser wird dann später beim Zahlen der Parkgebühr erlassen.

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Bei einem Treffen am Dienstagmittag wurden erste Einzelheiten zur Umsetzung des Plans besprochen. So diskutierte Jan Höttges mit Vertretern des Innenstadtbüros, des Rathauses, der Innenstadt-Werbegemeinschaft W.I.R. sowie mit den Betreibern der Parkhäuser in der City mögliche Varianten eines Rabattsystems.

Tatsächlich erscheint eine Einführung von heute auf morgen nur schwer realisierbar. Zwar sind zum Beispiel im Parkhaus der Clemens-Galerien nach einem Umbau die technischen Voraussetzungen gegeben, um mit sogenannten Park-Coins für die Kunden Preisnachlässe zu gewähren. Gleichzeitig kämen auf die Händler in der City bei der Umsetzung der Pläne aber zusätzliche Kosten zu.

"Das könnte schnell in die Tausende gehen", sagte gestern W.I.R.-Vorsitzender Detlef Ammann. Dementsprechend sei noch keine Entscheidung gefallen. Prinzipiell zeigte sich der Vertreter der Innenstadt-Einzelhändler aber offen für einen Parkrabatt zugunsten der Kunden. Ammann: "Über diese Idee werden wir nachdenken."

Eine Haltung, die im Sinne des Initiativkreises ist. Dessen Vorsitzender glaubt, im Vorfeld der Hofgarten-Eröffnung eine echte Aufbruchstimmung ausmachen zu können. So werde Solingen mit dem Center beispielsweise einen der modernsten Supermärkte Deutschlands bekommen, so Jan Höttges.

Der Initiativkreis-Chef lobte ausdrücklich die Stadtverwaltung, die in Sachen Infrastruktur alles getan habe, "was zu tun war". Schlechtere Noten bekamen nur Teile der Solinger Politik sowie einzelne Besitzer von Innenstadt-Immobilien.

So hätten manche Politiker wegen der Kommunalwahl 2014 den rechtzeitigen Ausbau der Kreuzung Dickenbusch bis zur Hofgarten-Eröffnung verhindert. "Das ist verwerflich", sagte Höttges. Gleichzeitig kritisierte er bauliche Mängel sowie den damit einhergehenden Leerstand in einigen Geschäftshäusern. Höttges: "Die Probleme in solchen City-Lagen sind hausgemacht."

Die Besitzer zeigten kaum Interesse, Künstlern oder Händlern leere Schaufenster als Ausstellungsfläche zur Verfügung zustellen. Da heruntergekommene Häuser auch die Nachbarschaft beeinträchtigten, sei es "schade, dass man solche Eigentümer nicht enteignen kann", so der Initiativkreis-Vorsitzende.

(RP)