Solingen Park Dickenbusch ist gesperrt

Solingen · Eigentlich sollte die öffentliche Grünanlage nur nicht mehr gepflegt werden, um der Stadt Kosten zu sparen. Doch nun ist der kleine Park in Solingen-Mitte mit Bauzäunen vor den Wegen abgeriegelt.

Der Zugang zum Park an der Ecke Kölner Straße/Katternberger Straße ist gesperrt. Vor den Wegen sind Bauzäune fest im Boden verankert und verhindern den Zutritt zur Grünanlage Dickenbusch, die zurzeit im Blickpunkt neuer Verkehrsplanungen in Solingen-Mitte steht. Die CDU wünscht sich dort zwei neue Kreisverkehre.

Auf den Schildern an den Wegsperren ist zu lesen: "Keine Grünanlage. Betreten auf eigene Gefahr. Der Oberbürgermeister". Doch ein Betreten ist kaum möglich. Von der Kölner Straße aus müsste man über die Böschung klettern, um die Bauzäune zu umgehen.

Von der Katternberger Straße aus wäre ein Betreten noch quer über die Wiese möglich, was angesichts des hohen Grases aber so gut wie niemand macht und mit Kinderwagen oder Rollator sowieso nicht zu bewerkstelligen wäre. Lediglich der Fußweg entlang der Katternberger Straße bis zur Ampel an der Ecke Kölner Straße ist noch frei.

Ein Teilstück steht zum Verkauf

Anwohner haben bislang geglaubt, dass dies mit den derzeitigen Straßenbauarbeiten an der Katternberger Straße zu tun hat. Doch dem ist nicht so. Die städtische Pressestelle erklärt, dass die Absperrungen aufgrund des Ratsbeschlusses erfolgt seien, wonach einige städtische Grünflächen zur Kostensenkung nicht mehr gepflegt werden.

Anfang Juli hatte die Verwaltung angekündigt, dass in diesem Zuge auch die Grünanlage Dickenbusch abgebaut werde. "Auf einem Teilstück wird der Pflegestandard weiter abgesenkt, ein weiteres Teilstück soll verkauft werden", hieß es damals in der Pressemitteilung. Von Sperrung keine Rede. Dafür gibt es nach Auskunft des Planungsamtes auch keine Veranlassung.

Ernst-Friedrich Honscheid, Leiter der Unteren Landschaftsbehörde, hält die Barrieren allerdings für geboten. "Weil der Dickenbusch keine offizielle Grünanlage mehr ist und nicht mehr kontrolliert und gepflegt wird, müssen wir die Zäune wegen der städtischen Verkehrssicherungspflicht aufstellen", erklärt er. Denn der Park sei nun dem Wildwuchs beziehungsweise der natürlichen Vegetation überlassen. Da müsse die Stadt sicherstellen, dass sie für herabfallende Äste oder Stolperfallen auf dem Boden nicht haftbar gemacht werden könne.

Mitglieder der Bezirksvertretung Mitte sind dagegen von den Bauzäunen überrascht. "Ich empfinde das als schlecht gemacht", sagt Hansjörg Schweikart (CDU). "Wenn die Stadt Zäune aufstellt, muss sie auch die Wahrheit sagen, nämlich das der Park aus Kostengründen gesperrt ist." Dietmar Gaida von den Grünen ist ebenfalls unzufrieden. "Da hätte ein Schild oder eine Schranke gereicht", findet das Ratsmitglied. Er verweist darauf, dass der Park Dickenbusch erhalten bleiben soll, obwohl er außer dem Fußweg entlang der Katternberger Straße nun nicht mehr gepflegt werde.

Gaida hätte sich gewünscht, dass wie am Kannenhof jemand die Patenschaft für die Grünanlage übernommen hätte. Das sei auch noch möglich. Eine neue Verkehrsführung am Dickenbusch mit zwei Kreisverkehren, wie von der CDU vorgeschlagen, hält Gaida nicht für notwendig. "Die öffentliche Diskussion war eindeutig, dass dort alles so bleiben soll, wie es ist."

(RP/rl)