Traditionsgaststätte in Aufderhöhe: Pächter hat den Bergischen Hof wachgeküsst

Traditionsgaststätte in Aufderhöhe: Pächter hat den Bergischen Hof wachgeküsst

Pächter investiert 500.000 Euro in die unter Denkmalschutz stehende Aufderhöher Traditionsgaststätte: Sogar der Erwerb ist geplant.

Vorangegangen waren zahlreiche Pächterwechsel, ehe der historische Bergische Hof in Aufderhöhe zweieinhalb Jahre völlig verwaist war. Fast auf den Tag genau vor 500 Tagen übernahm dann Dimitrios Petsas die Gaststätte. Seitdem straft er viele Aufderhöher Lügen, die damals über den Familienbetrieb skeptisch von einer „wohl weiteren Eintagsfliege“ sprachen. Heute bleibt festzustellen: Das griechische Restaurant mit vornehmlich mediterraner Küche hat sich fest etabliert, der Bergische Hof lebt wieder. Mehr noch: Er mausert sich mit dem neu angelegten Biergarten und dem renovierten Saal wieder zum zentralen Anlaufpunkt des Aufderhöher Vereinslebens. 70 Mietobjekte in ganz Nordrhein-Westfalen hatte sich Dimitrios Petras vor zwei Jahren angeschaut und begutachtet. Hängen geblieben ist er am denkmalgeschützten Bergischen Hof am Aufderhöher Busbahnhof. „Ich war mir sofort sicher, dass hier ein Riese schlummert“, fühlt er sich heute bestätigter denn je. Dass der studierte Umweltingenieur im wirtschaftlich arg gebeutelten Griechenland sein Planungsbüro hinter sich ließ – „es gab dort keine Perspektiven mehr“ – und nach sieben Jahren mit seiner Familie zurück nach Solingen übersiedelte, war geprägt vom unbändigen Optimismus des 49-Jährigen – und eben vom Bergischen Hof.

„Drei Jahre hatte ich mir gegeben, um aus diesem schlafenden Kleinod einerseits einen florierenden Restaurationsbetrieb in einem schmucken wie traditionsreichen Ambiente zu schaffen, andererseits aber auch einen Treffpunkt für die Aufderhöher aufzubauen. Dass beide Ziele schon nach 500 Tagen erreicht sind, überrascht mich selbst“, zieht Petras eine „überaus positive“ Bilanz. Dies gelinge aber auch nur, wenn man einen gewissen finanziellen Hintergrund habe.

Denn da sind die Investitionen: Mehr als 200.000 Euro hat Petras bisher schon in den Bergischen Hof investiert. Weitere 300.000 Euro sollen bis 2020 hinzukommen. Petras listet auf: Der plattierte Biergarten besitzt jetzt 128 Außenplätze, hinzu kamen in der vergangenen Woche weitere 38 Plätze in einer Außenlounge im Glas-Rattanstil. Der Gastraum besitzt 70, der Saal 200 Plätze. In einem ersten Umbauabschnitt wurde im Saal die Elektrik erneuert, das Lichtsystem auf LED umgestellt, ein hochwertiges Musik- und Lautsprechersystem sowie eine neue Zapf- und Kühlthekenanlage installiert. 2019 sollen Boden und Decke erneuert werden. Die Bundeskegelbahn ist ebenfalls erneuert worden. „Wir sind da mit 28 Clubs längst ausgebucht.“

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In den kommenden sechs Wochen wird auch der kleine Saal (60 Plätze) für eine mittlere fünfstellige Summe wieder hergerichtet. „Wir arbeiten dabei eng mit dem Aufderhöher Schützenverein zusammen, der in diesem Saal dann ein festes Domizil bekommen soll, das schützenhistorisch ausgestattet wird“, kündigt Petras an.

Und im kommenden Jahr wird die Küche nochmals erheblich erweitert. „Wir stoßen da jetzt schon fast an Grenzen.“ Dazu soll der Biergarten eine Barbecue- sowie eine Spielplatz-Ecke erhalten.

Und Pächter Petras will eine Option ziehen: Er plant, den Bergischen Hof mittelfristig zu erwerben. Er gibt ein klares Bekenntnis ab: „Aufderhöhe ist mein neuer Lebensmittelpunkt und der meiner Familie.“