Dürpelfest 2023 OWG greift die Stadt an

Solingen · In der Debatte um das Dürpelfest 2023 zeichnet sich eine Auseinandersetzung um den möglichen Ausweichstandort ab. Veranstalter wirft Rathaus vor, das Fest aus Ohligs „herauskomplimentieren“ zu wollen.

Das traditionsreiche Dürpelfest in Ohligs wird in diesem Jahr nicht in der gewohnten Form stattfinden können.

Das traditionsreiche Dürpelfest in Ohligs wird in diesem Jahr nicht in der gewohnten Form stattfinden können.

Foto: Peter Meuter

Nachdem diese Woche bekannt geworden ist, dass das eigentlich für Mitte Mai geplante Kostenpflichtiger Inhalt Dürpelfest in Ohligs wegen der Großbaustelle in der dortigen Innenstadt auf der Kippe steht, geht die Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft (OWG) jetzt mit der Stadt hart ins Gericht. So heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme, es entbehre „nicht einer gewissen Ironie, dass die Stadt das beliebte Stadtteilfest aus dem Stadtteil herauskomplimentieren möchte“.

Damit reagiert die OWG auf eine zuvor von der Stadt verbreitete Aussage, die Verwaltung unternehme alles, um auch 2023 ein Dürpelfest möglich zu machen. Aber daran will man bei den Veranstaltern des Festes offenbar nicht so recht glauben, wirft die OWG der Stadt in Bezug auf einen potenziellen Ausweich-Veranstaltungsort an der Oberen Hildener Straße doch vor, es bestehe auf städtischer Seite ein „Informationsdefizit“.

Man habe die Stadt „um Klärung verschiedener Fragen, unter anderem bezüglich der Strom- und Wasserversorgung auf der Oberen Hildener Straße“ gebeten, hieß es am Donnerstag bei der OWG. Und tatsächlich habe das Rathaus zuletzt öffentlich mitgeteilt, dass die Infrastruktur der Oberen Hildener Straße durchaus geeignet sei, um das Dürpelfest durchzuführen. Allerdings sei die OWG selbst noch nicht informiert worden.

Ohnehin gibt bei der Werbe- und Interessengemeinschaft nach wie vor Zweifel, was die Eignung der Oberen Hildener Straße angeht. Und diese Zweifel sind in den vergangenen Tagen sogar noch gestiegen. Denn wie die OWG erklärte, habe ihr jetzt eine Firma mitgeteilt, dass es im Umfeld der Oberen Hildener Straße nur zwei Hydranten und zwei Stromtrafos gebe. Der Bedarf liege jedoch bei fünf Hydranten und sechs Trafos. Eine Verwendung von Notstromaggregaten verbiete sich wiederum „aufgrund der Kosten und der Umweltbelastung“.

Nun sei man, so die OWG, „sehr gespannt“, wie die Stadt ihre Ankündigung umsetzen werde, alles für die Durchführung des Dürpelfestes zu tun. Das Fest ist in Gefahr, weil die Düsseldorfer Straße als Veranstaltungsort wegen der Baustelle 2023 wegfällt. Und auch der Markt, den die Stadt ebenfalls für geeignet hält, ist eher keine Option, da einge bereits geprüfte Nebenstraßen nicht zur Verfügung stehen und die Fläche darum zu klein erscheint.

Die Stadt selbst blieb derweil bei ihrer Haltung, noch sei nichts entschieden. Es stünden zwei Vorschläge im Raum – einer der OWG mit Markt und anderen Nebenstraßen sowie einer der Stadt (Oberere Hildener Straße). Beide würden geprüft. „Die Obere Hildener Straße wird grundsätzlich als geeignet eingeschätzt, Detailfragen sind aber noch nicht geklärt“, sagte eine Stadtsprecherin am Donnerstag.

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