Solingen: OWB-Pleite: Treffen vor Gericht

Solingen : OWB-Pleite: Treffen vor Gericht

Die rund 1500 früheren Genossenschaftler der sich in Insolvenz befindlichen Ohligser Wohnungsbau (OWB) haben nicht nur ihre Anteile verloren. Vermutlich sollen sie jetzt auch noch Geld nachzahlen, obwohl gerade dies durch einen einstimmigen Satzungsbeschluss der Mitgliederversammlung vom September 2009 verhindert werden sollte.

Eine Nachschusspflicht in Höhe von 1200 Euro je Mitglied war hier im Insolvenzfall ausgeschlossen worden.

Im Rahmen des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Genossenschaft ist jetzt aber eine gerichtliche Erklärung über die Vorschussberechnung am kommenden Montag, 30. Dezember, 10 Uhr, im zuständigen Amtsgericht Wuppertal anberaumt worden. Zu dieser Anhörung geladen sind nicht nur Mitglieder, sondern auch der Insolvenzverwalter Jörg Bornheimer sowie die früheren Vorstände Reinhard Fausten und Ulrich Uibel. Letzterer findet den Zeitpunkt "höchst unglücklich" und hofft, dass im Falle einer Nachschusspflicht "dies juristisch unterbunden werden kann".

Am 20. Mai 2010 musste die 1897 gegründete Ohligser Wohnungsbau Antrag auf Insolvenz stellen. Die Höhe der Verbindlichkeiten beliefen sich auf rund 37 Millionen Euro. Das Verfahren wurde am 1. September 2010 eröffnet. Im Dezember 2011 wurden 506 Wohnungen an eine Tochtergesellschaft von Kompass Wohnen, die "FFS 2", verkauft.

Auf diese Wohnungen hatte der Großgläubiger EuroHypo die Hand. Im Juli 2012 wurden die restlichen 467 OWB-Wohnungen an ein Tochterunternehmen der Real2 Immobilien AG verkauft, die von der Stadt-Sparkasse Solingen beliehen waren. Zudem wurden zwei unbebaute Grundstücke veräußert.

(uwv)
Mehr von RP ONLINE