Solingen: Ostern soll die Trasse wieder frei sein

Solingen: Ostern soll die Trasse wieder frei sein

Laufen die Bauarbeiten in den nächsten Tagen nach Plan, kann die Korkenziehertrasse wieder durchgängig genutzt werden. Asphalt wurde auf Teilabschnitten aufgetragen, zudem wurden weitere 36 Leuchten installiert.

Der Pfahl für die neue Leuchte am Parkplatz des Kunstmuseums in Gräfrath wird gesetzt. Er wird eine Lampe aufnehmen, die für Licht auf der Korkenziehertrassse sorgt. Insgesamt 36 neue Leuchten werden entlang des Fuß- und Radweges installiert. Läuft alles nach Plan, stehen bis Ostern dann vom Südpark bis zum Ortseingang Gräfrath Lampen entlang der Trasse, inklusive der 36 neuen, die nun alle 65 bis 70 Meter bis nach Gräfrath aufgestellt wurden.

Zunächst kommt eine acht Zentimeter hohe Tragschicht drauf, danach noch eine Feinschicht von drei Zentimetern. Foto: Kempner Martin

Bauarbeiter glätten den Boden, nachdem der Lampenpfahl in den Boden eingearbeitet worden ist. Wenige Meter entfernt ist eine Dampfwalze dabei, den eben gelegten Teer auf der Trasse kurz vor dem Kunstmuseum platt zu walzen. Die kleine Anhöhe bis zum Museumsparkplatz wird heute in Angriff genommen. Meter für Meter kämpfen sich das Teerfahrzeug und die Walze auf der drei Meter breiten Trasse voran.

Ersetzt wird hier, wie zuvor schon auf anderen Teilstücken, der alte Terraway-Belag durch Asphalt. Der bisherige Belag hat in den vergangenen Jahren durch die hohe Beanspruchung arg gelitten. "Insbesondere Walker mit Stöcken ohne Stopfen haben für Löcher im Terraway-Belag gesorgt", sagt Landschaftsarchitekt Artur Pach vom Ingenieurbüro Grünflächen/Landschaftsplanung der Stadt.

Und da zunehmend auch Inlineskater auf der Korkenziehertrasse unterwegs sind, müssen die Schäden behoben werden. "Unser Ziel ist es, bis kommenden Donnerstag die Arbeiten zu schaffen", sagt Pach mit Blick auf die Asphaltarbeiten, so dass die Trasse Ostern wieder freigegeben werden kann.

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Pach hat das Projekt Korkenziehertrasse von Anfang an begleitet und sieht die Arbeiten im Zeitplan. "Insgesamt wird auf einer Länge von 2,5 Kilometern Länge Asphalt aufgetragen, das entspricht 7000 Quadratmetern", sagt er. Zunächst kommt eine acht Zentimeter hohe Tragschicht drauf, danach noch eine Feinschicht von drei Zentimetern. "Asphalt hält länger als der Terraway-Belag", sagt Artur Pach. "Beim Terraway-Belag sind wir von einer Nutzerzahl von rund 100.000 Menschen im Jahr ausgegangen. Wir haben aber 400.000 bis 500.000 Nutzer auf der Korkenziehertrasse", betont der Landschaftsarchitekt. "Im Gegensatz zum Terraway-Belag ist der Asphalt nicht wasserdurchlässig. Das ist zwar ein Nachteil, doch bei einer Breite der Korkenziehertrasse von drei Metern vernachlässigbar."

Auf 10,5 Kilometern Strecke gibt es auf der Korkenziehertrasse rund 45 Zu- und Abgänge, ein Teil von ihnen ist barrierefrei. An den Zugängen vermitteln Infotafeln Wissenswertes zu den Orten; robuste Bänke aus Bahnschwellen laden zum Verweilen ein, und an freien Streckenabschnitten säumen gelbleuchtende Goldrobinien den Weg. Die ehemalige Bahnstrecke - die letzte Bahn fuhr 1995 - wurde im Rahmen der Regionale 2006 als Rad- und Wanderweg hergerichtet. Sie führt vom Südpark bis zum Roggenkamp nach Gräfrath. "Wir waren damals die Ersten", sagt Pach, "mittlerweile sind wir an einem großen Trassenverbund angebunden".

Inzwischen ist die Korkenziehertrasse ein vielgenutzter Teil des Bergischen Panorama-Radweges und überdies eingebunden in ein Netz von Radtrassen zwischen Rhein, Ruhr, Sieg und Sauerland. Im Süden schließt die Bergbahntrasse an, im Norden sind es die Nordbahntrasse und die Niederbergbahn. "Seit der Anbindung an beiden Seiten vor etwa zwei Jahren hat der Radverkehr noch mal massiv zugenommen", sagt Artur Pach. In der Klingenstadt verbindet die Korkenziehertrasse Höhscheid, Mitte, Wald und Gräfrath. Ohligs ist außen vor. Das könnte sich ändern, denn es gibt die Idee, den Wanderweg durch das Lochbachtal zu ertüchtigen und am Frankfurter Damm einen Anschluss zu Korkenziehertrasse herzustellen. "Es gibt hier noch kein Ergebnis. Wir tüfteln noch dran", erklärt Artur Pach.

(uwv)
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