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Solingen: "Orchestersoli" in Remscheid kommt doch

Solingen : "Orchestersoli" in Remscheid kommt doch

Knappe Mehrheit stimmt im Haupt- und Finanzausschuss der Nachbarstadt für Preisaufschlag bei Tickets.

Mit einer knappen Mehrheit von 11:10 Stimmen hat der Remscheider Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstagabend der neuerlichen Erhöhung der Eintrittspreise für Konzerte mit den Bergischen Symphonikern gestimmt. SPD, Grüne und FDP befürworteten die höheren Preise, CDU, Linke und Pro Remscheid stimmten dagegen. Die Wählergemeinschaft enthielt sich der Stimme.

Die Befürworter des sogenannten "Orchestersoli" argumentieren, dass das Minus in der Kasse der Orchester GmbH noch größer werde, wenn man die Erhöhung nicht beschließt. Solingen hatte der Lösung, die die Dezernenten beider Städte für das gemeinsame Orchester ausgehandelt hatten, bereits zugestimmt, sagte SPD-Fraktionschef Sven Wolf, Eine weitere Finanzspritze aus der Stadtkasse, wie sie der Kulturausschussvorsitzende Karl-Heinz Humpert (CDU) vorschlug, um die Karten nicht zu teuer für den Konzertbesucher werden zu lassen, lehnte Wolf ab. Im Haushaltssanierungsplan seien schon zusätzliche Gelder für das Orchester vorgesehen. Eine neuerliche Erhöhung ist nach Ansicht des Aufsichtsrates nötig, weil die Einnahmeziele verfehlt wurden. Kalkuliert wurde mit einer Summe von 90.000 Euro. Doch zusammengekommen sind nur 66.200 Euro. Ohne dieses Geld rutscht die GmbH in die Insolvenz.

Waltraud Bodenstedt (W.i.R.) kritisierte scharf die Arbeit der Orchestergeschäftsführung, der sie Beratungsresistenz attestierte. Der Wirtschaftsplan sei sehr schlecht aufbereitet, zeige zudem keine Wege auf, wie die Finanzsituation aus eigener Kraft verbessert werden könne. Stefan Schreiner, Geschäftsführer der Orchester GmbH, hatte den Wirtschaftsplan den Kulturpolitikern erläutern. Er betonte, dass es für die GmbH kaum Möglichkeiten gebe, auf das Ergebnis einzuwirken. "Wir sind von den Trägern abhängig", sagte Schreiner. Die Personalkosten schlagen mit 90 Prozent zu Buche. Die restlichen zehn Prozent machen Kosten für Miete und Partituren aus. Durch Gastspiele erwirtschaftet die GmbH etwa 250.000 Euro. Mit dem Betriebskostenzuschuss und den Pflichtabnahmen durch die beiden Theater, die für die nächsten zwei Spielzeiten vereinbart wurden, werde die Orchester GmbH aber auf lange Sicht nicht auskommen. Bei den Personalkosten habe er eine Steigerung von zwei Prozent eingerechnet. "Die brauche ich auch", sagte Schreiner. Der Rat der Stadt Remscheid hat aber die Kosten für das Orchester gedeckelt. Beatrice Schlieper (Grüne) zeigte sich unzufrieden mit dem Programm. Die Bürger sollten beim Spielplan mehr mitsprechen können, wenn sie schon mehr zahlen müssten.

(RP)