Solingen: Olbo-Abriss soll in 14 Tagen starten

Solingen: Olbo-Abriss soll in 14 Tagen starten

Gestern fand die Abrissparty auf dem Gelände der alten Textilfabrik Olbo statt. Bald fangen die Abbruchbagger ihre Arbeit an. Das O-Quartier soll 2021 stehen.

Einen kleinen - doppelten - Seitenhieb mochte sich Oberbürgermeister Tim Kurzbach dann doch nicht verkneifen. Wie rund 100 andere geladene Gäste beziehungsweise Nachbarn war der Solinger Verwaltungschef am Dienstagmittag nach Ohligs geeilt, um bei der Abrissparty auf dem alten Olbo-Gelände dabei zu sein - als der OB zunächst einmal zu einem Lobgesang auf den neuen Investor des Grundstücks, die niederländische Firma Kondor Wessels, anhob.

Der erste Bagger steht auf dem Grundstück. Foto: mak

"Was deutsche Blaublüter über Jahre hinweg nicht geschafft haben, machen nun die Holländer", sagte Kurzbach mit Blick auf die alte Besitzerin des Areals am Ohligser Marktplatz, Dr. Jeannine Gräfin von Thun und Hohenstein Veit. Um schließlich auch noch dem Geschäftsführer von Neu-Eigentümer Kondor Wessels, Leo W. A. de Man, im Spaß einen mitzugeben. Dafür, so der Oberbürgermeister, sei Holland aber nicht bei der in Kürze beginnenden Fußball-WM mit von der Partie.

Wobei Kondor Wessels-Chef de Man diese Worte des bekennenden Köln-Fans Tim Kurzbach wohl kaum gestört haben dürften. Denn bei der gestrigen Abrissparty stand weniger die sportliche Vergangenheit, als die Zukunft in Ohligs im Mittelpunkt. Und mit dieser könnte es wiederum bald losgehen. "Wir wollen in ungefähr 14 Tagen mit dem Abriss der alten Gebäudeteile beginnen", sagte Leo W. A. de Man, der am Dienstag zusammen mit dem OB schon einmal den ersten Abbruchbagger auf dem knapp 16.000 Quadratmeter großen Areal im Zetrum des Stadtteils in Augenschein nahm.

Tatsächlich fehlt nach Auskunft des Kondor Wessels-Geschäftsführers lediglich noch ein Papier von städtischer Seite. Sobald dieses vorliegt, will der Investor die Ruinen und den Schutt von dem Grundstück räumen, um danach bis zum Jahr 2021 insgesamt 300 neue Wohnungen mit einer Gesamtnutzfläche von 23.000 Quadratmetern zu bauen.

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Ziel ist es, die gesamte Maßnahme mit einem Investitionsvolumen von fast 70 Millionen Euro bis Dezember 2021 fertigzustellen. Im Gegensatz zu früheren Plänen konzentriert sich Kondor Wessels bei der Realisierung des neuen O-Quartiers - unabhängig von Forderungen der Firma Edeka, die sich auf einen Vertrag mit dem alten Investor beruft - auf die Wohnbebauung. Für Gewerbe sind nur 200 Quadratmeter vorgesehen.

Was wiederum nach dem Dafürhalten von Oberbürgermeister Kurzbach die richtige Strategie ist. "Wir sind eine wachsende Stadt", betonte das Stadtoberhaupt bei einer kurzen Ansprache. So zögen vor allem junge Familien in die Klingenstadt, weswegen der Tag der Abrissparty nicht allein ein großer Tag für Ohligs, sondern für ganz Solingen sei.

Ein wenig Geduld ist indes noch vonnöten. So kündigte Leo W. A. de Man am Dienstag an, nach dem Abriss, der wohl mehrere Monate in Anspruch nehmen werde, werde sich äußerlich erst mal nichts mehr auf dem Grundstück tun. Doch davon sollten sich die Ohligser nicht irritieren lassen. Hinter den Kulissen gingen die Arbeiten nämlich ungebrochen weiter, versicherte der Kondor Wessels-Chef, der zudem die Stadt Solingen lobte. Bislang sei die Zusammenarbeit ganz hervorragend verlaufen, sagte de Man.

(or)
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