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Solingen: Ohligser gestalten ihren Standort

Solingen : Ohligser gestalten ihren Standort

So manch ein Teilnehmer fühlte sich an seine Schulzeit erinnert, als Stadtentwickler Markus Lütke Lordemann die Anwesenden aufforderte, sich in vier Arbeitsgruppen unter Leitung eines städtischen Mitarbeiters aufzuteilen.

Der Ort passte auch dazu: In der Hauptschule Ohligs am Rennpatt fanden die ersten Werkstattgespräche über die Gründung einer Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) statt. Ziel ist es, die Ohligser Innenstadt noch attraktiver und wettbewerbsfähiger zu machen.

Bereits im Februar waren viele Eigentümer und Einzelhändler des Stadtteils in die Festhalle gekommen, um sich über das Modell einer ISG zu informieren. Nun sollten die Bürger selbst formulieren, was sie sich an Verbesserungen für Ohligs wünschen und welche Maßnahmen man dazu ergreifen müsste.

Nach kontroversen Diskussionen in den Arbeitsgruppen stellten diese ihre Resultate vor: Ein entscheidendes Ziel sei der Branchenmix, sagte Augenoptikermeister Manfred Stock, der den Arbeitskreis "funktionelle Stärkung" vertrat. "Die Händler und Eigentümer müssen sich an einen Tisch setzen, um gemeinsam zu überlegen, was man aus der Immobilie machen kann", erläuterte er.

Klare Beschilderung

Für die Arbeitsgruppe "Stadtgestaltung und Verkehr" sprach Rechtsanwalt Thomas Schmitt. Er formulierte die zentrale Frage: "Was empfinden wir als Innenstadt?" Durch bauliche Veränderungen und eine klare Beschilderung müsse man auswärtige Besucher auf das Ohligser Zentrum hinweisen. Auch der Eingang in die Fußgängerzone vom Bahnhof aus solle durch Banner oder Beleuchtungen deutlicher hervortreten, um Bahnreisende zu einem Bummel zu bewegen.

Zuvor hatte Jens Wolter von der Stadtentwicklungsplanung berichtet, jeden Tag stiegen 30 000 Menschen am Solinger Hauptbahnhof um oder aus. Dieses Potenzial an Kunden müsse genutzt werden, sagte auch Thomas Schmitt. Die Vorschläge der Gruppe "Sauberkeit und Sicherheit" präsentierte Irmela Pohlmann, Inhaberin der gleichnamigen Goldschmiede.

Sie sprach sich für eine bessere Pflege der Hauseingänge und eine neue Bepflanzung der Düsseldorfer Straße aus. Zuletzt sprach Dominique Scholz von der Ohligser Werbegemeinschaft (OWG). Sie hatte sich der Gruppe "Standortprofil und Marketing" angeschlossen und schlug die Schaffung einer Imagebroschüre der Einzelhändler vor. Außerdem müsse sich Ohligs in einem starken Internetauftritt präsentieren. Zudem könnten bestimmte Motto- oder Thementage, zum Beispiel zu Welt- und Europameisterschaften oder anderen Ereignissen Besucher anlocken.

Händler und Eigentümer im Team

Um die Vorschläge zu gewichten und mit der Umsetzung zu beginnen, muss sich nun ein Kernteam aus Ohligser Eigentümern und Händlern bilden. Als Markus Lütke Lordemann in die Runde fragte: "Wer macht mit?" schnellten rasch 14 Finger in die Höhe. "Mit dieser großen Zahl hatte ich nicht gerechnet", bekannte der Stadtentwickler.

(ied)