Ohligs-Ost – der Solinger Bürostandort der Zukunft

Gewerbepark wird entwickelt : Ohligs-Ost – der Bürostandort der Zukunft

Im Hansa-Quartier in Ohligs stehen rund 10.000 Quadratmeter an Gewerbeflächen zur Verfügung. Die Stadt will das Gelände erneut auf der Gewerbe-Immobilienmesse Expo Real im Oktober in München Investoren anbieten.

Ohligs wird sich nachhaltig verändern. Vor allem auf der östlichen Seite des Hauptbahnhofes. Davon geht Oberbürgermeister Tim Kurzbach zuversichtlich aus. Erst vergangene Woche hat der Verwaltungschef dort den Rohbau einer Baustelle für eine neue Kindertagesstätte besucht. Die Volksbank im Bergischen Land investiert hier rund zwei Millionen Euro – der Neubau wird einst bis zu 80 Kinder aufnehmen. Gleich nebenan sind ebenfalls Handwerksunternehmen vor Ort, um ein Highlight der Walter-Horn-Gesellschaft und für die Klingenstadt zu verwirklichen. Bis Ostern kommenden Jahres entsteht am Ende des Planetenweges das Galileum Solingen – ein modernes Planetarium im ehemaligen Kugelgasbehälter der Stadtwerke mit angeschlossener Sternwarte im direkt daneben platzierten Neubau.

Im sogenannten Hansa-Quartier in Ohligs hat der Software-Entwickler Codecentric bereits für sichtbare Veränderungen im Bereich Hoch- beziehungsweise Sauerbreystraße gesorgt. Gleiches gilt für die Deutsche Bahn mit dem Umbau des Hauptbahnhofes. Straßen wurden optisch aufgewertet, ein Spielplatz angelegt. Zudem ist geplant, den Vorplatz am Ausgang des Tunnels, der zu den Bahngleisen führt, deutlich attraktiver zu gestalten. Auch die rund 10.000 Quadratmeter große Fläche zwischen Hochstraße und Deusberger Straße soll weiter aufgewertet werden und sich wie Phönix aus der Asche erheben. „Das wird der Bürostandort der Zukunft“, sagt der Geschäftsführer der Wirtschaftsföderderung, Frank Balkenhol mit Blick auf die IT-Branche beziehungsweise digitale Welt.

Projektentwickler aus Köln oder Düsseldorf will die Stadt für Ohligs-Ost begeistern, damit hier die Vorstellungen von „digital offices“ realisiert werden können. Nicht erst seit heute, sondern bereits seit geraumer Zeit: „Wir haben schon vor langer Zeit gesagt, dass dies unser bester Standort für Büros in Solingen sein wird“, erinnert sich Frank Balkenhol. „Hier können mehrere hundert zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.“

Die Wirtschaftsförderung will das in ihrem Besitz befindliche Gelände im Oktober erneut auf der Gewerbe-Immobilienmesse Expo Real in München ins Schaufenster stellen – wie schon im vergangenen Jahr. Das Altlasten- und Abrissgutachten ist fertiggestellt, zur Verfügung steht in Ohligs-Ost eine bebaubare Fläche von rund 10.000 Quadratmetern . „Wir können die Flächen sehr aktiv bewerben und vermarkten“, sagt der Wirtschaftsförderer.

Die Pluspunkte für eine Ansiedlung von Unternehmen sind ohnehin sehr gut. Die Nähe zum Hauptbahnhof und zu den Flughäfen Köln und Düsseldorf sprechen dafür. Weiche Standortfaktoren wie die Kita oder auch das Planetarium zählen ebenfalls dazu.

In konkreten Verhandlungen ist die Stadt zudem mit einem Investor, der ein Ibis-Hotel direkt hinter dem Hauptbahnhof plant. Kommt das zum Zuge, könnten Geschäftsreisende hier nicht nur für Kundenbesuche in Solingen eine Herberge finden. Von hier aus sind auch die Messestandorte Köln und Düsseldorf gut zu erreichen. „Es gibt seit eineinhalb Jahren Baurecht. Die beiden Grundstückseigentümer sind verkaufsbereit und befinden sich in Gesprächen mit einem Investor, der wiederum mit potenziellen Betreibern in Kontakt steht“, sagt Stadtdirektor Hartmut Hoferichter. Die Steigerungen der Baukosten sind in den Gesprächen Thema, wirtschaftliche Aspekte von daher noch zu klären.

Zum Paket Hansa-Quartier gehören auch Gespräche mit den Firmen Dahmen und Scalabrin. Die Spedition und der Recyclingbetrieb repräsentieren noch die ursprüngliche Nutzung des Gebiets hinter dem Hauptbahnhof. Scalabrin braucht den Gleisanschluss, hat aber eine Alternative im Monhofer Feld, das einzige Solinger Gewerbegebiet mit einer Anbindung ans Schienennetz. „Da läuft das Verfahren“, sagt Frank Balkenhol. Mit der Spedition Dahmen sei man ebenfalls „in intensiven Gesprächen“.