Solingen: Ohligs legt beim Einkaufen vor

Solingen: Ohligs legt beim Einkaufen vor

Viele inhabergeführte Geschäfte machen das Einkaufen in Ohligs attraktiv. Doch die Werbegemeinschaft warnt, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Sorge bereiten die Spielhallen im unteren Teil der Düsseldorfer Straße.

Dass der Hauptbahnhof Solingens in Ohligs und nicht in Mitte liegt, ist nicht nur aus verkehrspolitischer Sicht sinnvoll. Wer die Innenstädte vergleicht, wird unschwer feststellen, dass Ohligs mehr zu bieten hat, als die von Billigläden und Leerständen dominierte Solinger City.

Wer durch die Ohligser Fußgängerzone schlendert und in die umliegenden kleinen Straße geht, findet dort noch viele inhabergeführte Geschäfte mit einem attraktiven Angebot. Hochwertige Mode und Schuhe, Delikatessenläden, Optiker mit ausgefallenem Angebot und ein Textilkaufhaus. Das Angebot ist breitgefächert und hat teilweise Großstadtniveau. Da fallen die vielen Friseure und Telefonläden kaum auf.

"Mir ist eine sauber geputzte Schaufensterscheibe mit Handys in der Auslage lieber als ein Leerstand", sagt auch Conny Strodtkötter von der Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft. Und Leerstände gibt es derzeit keine nennenswerten in Ohligs, der "kleinen, feinen City", wie es die Vorsitzende der Werbegemeinschaft gerne nennt.

Öffnungszeiten ein Problem

Die Verödung der Solinger Innenstadt sehen die Ohligser durchaus kritisch. "Wir brauchen auch eine funktionierende City", weiß Conny Strodtkötter. Und sie weiß, dass sich die Ohligser auf dem Erreichen nicht ausruhen dürfen. "Wir müssen die nächsten zwei bis drei Jahre nutzen, um uns noch besser aufzustellen", sagt die Metzgermeisterin, die selbst zu den Ohligser Einzelhändlern gehört.

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Dazu sei Ohligs nicht nur durch das geplante O-Quartier auf einem guten Weg. "Wir haben jetzt den Hauptbahnhof, auch in der Gastronomie ist viel passiert", sagt Conny Strodtkötter und meint nicht nur die neue Subway-Filiale im Pavillon unweit des Hauptbahnhofes.

Im Argen liegt nach Ansicht der Werbegemeinschaft noch das Thema Ladenöffnungszeiten. "Schön wäre, wenn wir eines Tages sagen könnten, Ohligs ist nur montags vormittags geschlossen und sonst durchgehend geöffnet", sagt die Vorsitzende. Auch appelliert sie an die Geschäftsinhaber, sich mehr um die Gestaltung der Hausfassaden zu kümmern. Auch hier könne viel getan werden. Was den Branchenmix angeht, so fehlen nach wie vor Angebote für junge Leute, ein Sportgeschäft und ein Laden mit Kindermode.

Weniger schön ist Ohligs am unteren Ende der Düsseldorfer Straße. Hier haben sich einige Spielhallen angesiedelt, völlig legal. Während in Solingens Innenstadt der Bebauungsplan die Ansiedlung weiterer Spielhallen verbietet, gibt es eine solche Beschränkung derzeit in Ohligs noch nicht.

Insgesamt gibt es in Solingen 16 Standorte mit 28 Spielhallen, sagt Ordnungsamtsleiter Stefan Trunk. Probleme gebe es damit allerdings nicht, denn die Spielhallenbesucher gehen ihrer Freizeitbeschäftigung unauffällig nach. Durch das Alkoholverbot in Spielhallen komme es auch nicht dazu, dass Ordnungskräfte eingreifen müssten, erläutert Stefan Trunk.

(RP)
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