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Ökoprofit Solingen: Bei hohen Preisen Energie sparen

Umfrage in Solingen : Bei hohen Preisen Energie sparen

Bergische Unternehmen sind besorgt wegen hoher Energiepreise – das Projekt Ökoprofit geht in die zwölfte Runde. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) befragte 360 Firmen zum Thema Energie.

Die Energiepreise steigen. Für Privatleute wie für Unternehmen ein Ärgernis, zumal die Kosten für den Energieaufwand zum Teil drastisch in die Höhe geschnellt sind. Deswegen hat die Bergische Industrie- und Handelskammer (IHK) jetzt eine Blitzumfrage bei ihren Mitgliedsunternehmen zum Thema Energie durchgeführt. 360 Firmen aus Solingen, Wuppertal und Remscheid haben sich daran beteiligt. „Viele Betriebe gaben an, eine Belastung zu spüren“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge im Gespräch mit unserer Redaktion. Gleichzeitig gibt es aber auch eine Mehrheit der befragten Unternehmen für höhere Energiepreise, wenn dies dem Klimaschutz dient.

Energie ist unter anderem nach Fachkräften ein Standortfaktor. „Und je nach Branche existenziell“, betont der IHK-Hauptgeschäftsführer. Vor allem für die im Bergischen vielfach vertretenen Metall verarbeitenden Industrieunternehmen oder auch die Schmieden dürfe der Strompreis nicht zu teuer werden. „Die Belastung durch die Energiekosten darf für unsere heimischen Betriebe nicht höher sein als beim europäischen Wettbewerb“, fordert Michael Wenge und ergänzt: „Die Energiepreisentwicklung hat für unsere Unternehmen eine hohe Relevanz.“ Wenge fürchtet allerdings, die Energiepreisentwicklung könnte im Bergischen Land mit seinem überdurchschnittlich hohen Industrieanteil und zahlreichen energie-intensiven Firmen zum dauerhaften Standortnachteil werden

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Immerhin 64 Prozent der Unternehmen gaben bei der Umfrage an, dass sich aus den gestiegenen Energiepreisen bereits spürbare wirtschaftliche Beeinträchtigungen für ihre Betriebe ergeben würden. „Dies gilt für alle Branchen, sagt der IHK-Hauptgeschäftsführer, auch wenn die Bedeutung von Energiekosten häufig vor allem mit Industrieunternehmen in Verbindung gebracht würde.

Andererseits sind die Unternehmen in Solingen, Remscheid und Wuppertal durchaus gewillt, dem Klimaschutz Rechnung zu tragen und dafür auch höhere Energiepreise zu zahlen. Immerhin 61 Prozent der Betriebe gaben an, dies überwiegend positiv oder sogar sehr positiv zu sehen – darunter auch viele Industrieunternehmen. Demgegenüber bewerteten 15 Prozent der antwortenden Betriebe die Preissteigerungen zur Erreichung von Klimaschutzzielen als sehr negativ.

Doch was können Unternehmen tun, um ihre Energiekosten zu senken? Hier gibt es bereits Angebote für die Unternehmen – beispielsweise das Projekt Ökoprofit. Weniger Ressourcen verbrauchen und dabei Geld sparen heißt hier die Devise. Ökoprofit hilft Unternehmen dabei, sich ökologisch und ökonomisch besser aufzustellen.

Das Projekt geht jetzt in die zwölfte Runde. In der elften Runde konnten 1900 Tonnen CO2 und 500.000 Euro eingespart werden. Bisher haben im Verlauf der vergangenen Jahre um die 140 bergische Unternehmen am Projekt teilgenommen und erhebliche Mengen an CO2, Müll und Energie eingespart. Allein in der letzten Runde waren es 779 Tonnen Kohlenstoffdioxid, 1,4 Millionen Kilowattstunden Energie und zwölf Tonnen Müll. „Die teilnehmenden Betriebe werden insgesamt etwa 1500 Tonnen CO2 durch Photovoltaikanlagen einsparen können“, erklärt Dr. Stefan Große-Allermann, Projektbeauftragter bei der Beratungsgesellschaft B.A.U.M Consult. „Durch zusätzliche Energieeffizienzmaßnahmen werden weitere etwa 400 Tonnen CO2 eingespart.“

So oder so will die Bergische IHK ihre Mitgliedsunternehmen bei den Themen Nachhaltigkeit und Energie mehr als bisher unterstützen. „Wir werden unser Engagement in diesen Bereichen verstärken“, kündigt Michael Wenge an. Dies schließe aber auch den Bereich Klimaschutz mit ein.