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Gesundheits-Check: OB Feith lässt sein Rückgrat testen

Gesundheits-Check : OB Feith lässt sein Rückgrat testen

"Ich werde mir niemals ein so dickes Fell aneignen, dass ich ohne Rückgrat stehen kann", sagt Norbert Feith. Der Oberbürgermeister grinst und stellt sich in ein verdrahtetes Stahlgerüst mit Polstern, das an ein Laptop angeschlossen ist.

"Ich werde mir niemals ein so dickes Fell aneignen, dass ich ohne Rückgrat stehen kann", sagt Norbert Feith. Der Oberbürgermeister grinst und stellt sich in ein verdrahtetes Stahlgerüst mit Polstern, das an ein Laptop angeschlossen ist.

Dabei gibt ihm Karl Ricks von der Betrieblichen Gesundheitsförderung gleich ein paar wichtige Haltungstipps. Das Gerät misst Brust-, Bauch- und eben auch die Muskulatur, die das Rückgrat stützt. Zuvor hatte Feith ein Glas mit farbigem Deko-Kies gefüllt. Zwei Drittel davon ist grün. Das steht für den Arbeitsanteil an einem 24-Stunden-Tag, die Farben Blau (Freizeit), Gelb (soziale Beziehungen) und Rot (Haushalt) sind kaum erkennbar. "Oft ist zu viel Grün um Glas", sagt Ellen Krell, Projektleiterin des Betrieblichen Gesundheitsmanagements bei der Stadtverwaltung. Das gelte nicht nur für den OB, sondern auch für viele Mitarbeiter der Verwaltung. Mehr als 400 hatten sich für den Gesundheitscheck an zwei Tagen angemeldet. "Viel kommen auch unangemeldet", sagt Ellen Krell. Gestern waren rund 19 Teststationen auf den Rathausfluren aufgebaut.

Am 14. November läuft die Aktion im Verwaltungszentrum an der Bonner Straße. Tests zur Muskelfunktion, zum Blutdruck, zum Schlaganfallrisiko oder zur Ausdauer — Venencheck und "Stress-Pilot" gehören ebenso zum Programm wie Lachyoga- und Massageangebote. Der Test soll persönliche Schwachstellen aufzeigen und Anreize geben. "Wir wollen unseren Mitarbeitern zeigen, dass sie auch eine Eigenverantwortung für ihre Gesundheit haben", sagt Projektleiterin Krell. Seit 2009 gibt es das Betriebliche Gesundheitsmanagement in Solingen. Seither habe vor allem die Zahl psychischer Erkrankungen zugenommen, sagt Ellen Krell. "Da müssen wir gegensteuern." Die Verwaltung hat das zum Anlass genommen, eine Notfallhotline vorzusehen, die bald schon in Betrieb gehen soll. Immer wieder

wurden aus Büros und Werkstätten des Stadtkonzerns Klagen über Arbeitsverdichtung auch in Folge von Stellenstreichungen laut, ebenso wie erhöhte Zahlen von Krankmeldungen, zuletzt bei den Erzieherinnen. "Unsere Ausfallquote durch Krankheit liegt bei sechs Prozent", sagt Krell. "Doch sehen wir damit im Vergleich zu anderen Kommunen noch gut aus." Ein Grund für vermehrte Krankmeldungen sei wohl auch der hohe Altersschnitt der Mitarbeiter, so die Projektleiterin. Er beträgt 46 Jahre in der Kernverwaltung, 53 Jahre im Stadtkonzern.

(bu)