Solingen: Nur ein Notgroschen fürs Hallenbad Vogelsang

Solingen : Nur ein Notgroschen fürs Hallenbad Vogelsang

Ernst Schneider hat sich im Sportausschuss deutliche Worte anhören müssen. Vor drei Wochen hatte der Geschäftsführer der Bädergesellschaft in einem Workshop noch mit einem ansprechenden Konzept die Hoffnung geschürt, eine Attraktivierung des Hallenbads Vogelsang sei finanzierbar.

"Die Dramatik der finanziellen Situation war mir damals nicht bewusst", sagte Schneider vor dem politischen Gremium. "Sie haben uns ins offene Messer laufen lassen", sprach der Sportausschuss-Vorsitzende Ernst Lauterjung stellvertretend für die verärgerten Mitglieder aller Fraktionen, die Schneiders Entschuldigung nicht annehmen wollten.

Wie berichtet bremst die Ergebnisverschlechterung bei der Bädergesellschaft von mindestens vier Millionen Euro alle Konzepte zur Sanierung und Attraktivierung des Hallenbads Vogelsang oder gar eines Neubaus aus. "Die Entwicklung hat nichts zu tun mit dem Rückkauf der Stadtwerke-Anteile", startete Ralf Weeke sein ausführliches Statement der intensiv geführten Diskussion. Hier seien rein zufällig zwei Ereignisse zusammengefallen. "Die Situation zwingt uns zum vollständigen Umdenken", sagte der Kämmerer weiter. "Wir müssen alle Möglichkeiten der Konsolidierung ausschöpfen, um den Bürgern eine Erhöhung der Grundsteuer zu ersparen." Zu dieser Maßnahme müsste gegriffen werden, wenn Gelder aus dem städtischen Haushalt in die Bädergesellschaft gepumpt werden müssen, um die Zahlungssicherheit zu gewährleisten.

Lediglich ein Notgroschen für Unvorhergesehenes könne nach Aussage von Ernst Schneider derzeit bereitgestellt werden. Um hohe Folgekosten zu vermeiden, wird es ohne Sanierung nicht funktionieren. Ralf Weeke signalisierte, dass in den kommenden Wochen eine Liste der Maßnahmen und deren Notwendigkeit erstellt werden soll, die den Betrieb sicherstellen — und auch finanzierbar seien.

(RP/rl)