Solingen: Null-Promillegrenze erhöht Hemmschwelle

Solingen : Null-Promillegrenze erhöht Hemmschwelle

Seit gestern dürfen Fahranfänger und Führerscheinbesitzer unter 21 Jahren nichts mehr trinken, wenn sie anschließend noch Auto fahren wollen. Fahrlehrer Jürgen Wolf hält diese Regelung für sinnvoll.

"Es kam immer wieder vor, dass sich Jugendliche trotz Alkohols ans Steuer gesetzt haben", sagt der Fahrschulinhaber. "Durch das neue Gesetz wird die Hemmschwelle dafür größer." Denn wer die Null-Promille-Grenze nicht einhalte, riskiere ein Bußgeld von 150 Euro sowie Punkte in Flensburg und müsse an einer speziellen Nachschulung für alkoholauffällige Fahranfänger teilnehmen. Laut Wolf kommt das neue Gesetz auch bei den Fahrschülern gut an. "Einige von ihnen haben mitunter schon im Bekanntenkreis erlebt, dass Leute trotz Alkohols oder Drogen noch Auto gefahren sind."

Auch Gustav Heyer von der Pressestelle der Polizei spricht sich für die neue Regelung aus. "Wir befürworten Maßnahmen, die die Anzahl der Verkehrsunfälle bei jungen Fahranfängern verringern", äußerte er sich gegenüber unserer Zeitung. Autofahrer zwischen 18 und 24 sind am häufigsten in Unfälle verwickelt. Laut Jahresbericht der Landesverkehrswacht sind 2006 in Nordrhein-Westfalen 121 junge Menschen im Straßenverkehr tödlich verunglückt. Hier gelte es, zu mehr Verantwortung und weniger Übermut am Steuer aufzurufen. "Viele Jugendliche schließen sich ja schon in Fahrgemeinschaften zusammen, das ist ein positiver Trend, den wir unterstützen", merkt Heyer an.

Gleichzeitig weist der Polizeisprecher auf Sinn und Zweck der Regelung hin: "Natürlich schadet ein Glas Bier nur wenig, aber es geht im Wesentlichen darum, das "Herantrinken" an gefährliche Alkoholmengen zu vermeiden". Viele Jugendliche seien noch zu unerfahren, um einschätzen zu können, welchen Einfluss auch geringe Mengen Alkohol auf ihr Fahrverhalten haben können.

Statistiken über den Einfluss der neuen Regelung auf die Unfallhäufigkeit werden frühestens in einem dreiviertel Jahr erscheinen. Dann wird sich herausstellen, ob sich Heyers Wunsch nach mehr Sicherheit bei jugendlichen Fahrern erfüllt.

(RP)
Mehr von RP ONLINE