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NRW setzt Müngstener Brücke auf Bewerbungsliste zum UNESCO-Welterbe

Wahrzeichen des Bergischen Landes : Müngstener Brücke ist einziger Welterbe-Vorschlag aus NRW

NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach hat die Unterstützung für die Welterbe-Bewerbung der Müngstener Brücke bekräftigt. Müngsten ist der einzige NRW-Vorschlag an den Bund. Das Brücken-Denkmal wird in Kürze aufgestellt.

Die Ministerin erreichte den Bahnhof Schaberg nahe der Müngsener Brücke mit einer Verspätung von rund 20 Minuten. Doch dies wollten die wartenden Oberbürgermeister der drei bergischen Großstädte sowie der Vertreter der Deutschen Bahn AG ebenso wenig als schlechtes Omen auffassen wie den Umstand, dass alle Anwesenden auf der Schotterfläche neben dem Bahnhof schmutzige Schuhe bekamen. Denn tatsächlich hatte Ina Scharrenbach (CDU), NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, eine Nachricht im Gepäck, die richtig Fahrt bringen soll in die Bewerbung der Brücke als UNESCO-Weltkulturerbe.

Pünktlich zum 125. Geburtstag des bergischen Wahrzeichens in diesem Jahr ist jetzt nämlich auch offiziell: Das Land hat die transnationale Bewerbung „Europäische Großbrücken des 19. Jahrhunderts“ zur Fortschreibung der bundesdeutschen Vorschlagsliste zukünftiger Welterbestätten an den Bund gemeldet – womit die Müngstener Brücke zusammen mit fünf ähnlichen Bauwerken in Portugal, Frankreich und Italien eine erste wichtige Hürde auf dem Weg hin zum Welterbe nehmen konnte.

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Entsprechend gelöst war die Stimmung am Freitagnachmittag bei dem Besuch von Ministerin Scharrenbach. So bedankte sich Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach einmal mehr beim Land. „Wir freuen uns sehr über das Vertrauen, das die Landesregierung in unsere Bewerbung setzt. Das zeigt: Wir haben alles richtig gemacht und überzeugt“, sagte der Oberbürgermeister, der bei dieser Gelegenheit gleich noch eine weitere gute Nachricht zu verkünden wusste.

 Im April 2021 war das 25 Tonnen schwere Fahrbahnteil mit einem Kran zum Bahnhof Schaberg transportiert worden.
Im April 2021 war das 25 Tonnen schwere Fahrbahnteil mit einem Kran zum Bahnhof Schaberg transportiert worden. Foto: Peter Meuter

Denn wie der Rathaus-Chef ankündigte, soll der Geburtstag der 107 Meter hohen und 465 Meter langen Brücke zwischen Solingen und Remscheid Ende August ausgiebig gefeiert werden. „Bei einem Fest werden wir sie in Szene setzen“, versprach OB Kurzbach mit Blick auf den Stahlriesen, der 1897 – ebenfalls in Beisein von hohem Besuch  – eröffnet worden war.

Damals war niemand Geringerer als Kaiser Wilhelm II. ins Bergische gereist – wobei wohl weder der Monarch, noch die anderen Honoratioren seinerzeit ahnten, dass der Bau auch mal jenseits Region Bedeutung haben würde. „Brücken verbinden zwei Seiten. Die Müngstener Brücke geht darüber hinaus: Sie verbindet nicht nur die bergischen Städte, sondern diese mit unseren europäischen Partnern“, sagte Ministerin Scharrenbach.

Gleichzeitig gab sich die Ministerin zuversichtlich, dass die Bewerbung mit den Brücken Ponte Maria Pia und Ponte Dom Luis I. in Portugal, dem Garabit-Viadukt und dem Viaduc du Viaur in Frankreich sowie der Ponte San Michele in Italien Erfolg habe. Scharrenbach: „Wir hoffen, dass wir den Weg zum Welterbe erfolgreich beschreiten“.

Bis dahin ist es aber noch eine lange Strecke. Remscheids OB Burkhard Mast-Weisz erläuterte die nächsten Schritte. „Jetzt geht es darum, eine Finanzstruktur zu entwickeln“, sagte er. Ziel sei eine Stiftung. Dazu würden in allen Partnerländern Fördervereine gegründet. Einen Förderverein „Welterbe Müngstener Brücke“ gibt es bereits.

Wuppertals OB Uwe Schneidewind wies wiederum darauf hin, dass etwa die Betreiber des Brückensteigs Förderer seien. „Von jeder Eintrittskarte fließen zwei Euro an den Förderverein. 20.000 Euro konnten jetzt übergeben werden“, so Schneidewind.

Ebenfalls mit an Bord des Bewerbungszuges ist zudem die Bahn AG. Deren Vertreter Werner Lübberink zeigte sich am Freitag „überzeugt von der Bewerbung“. Die Bahn habe sich deshalb entschieden, dem Förderverein ein Original-Brückenteil zu spenden. Lübberink dankte dem Verein dafür, das Teil in Schaberg zu präsentieren, und der Stadt Solingen, das Gelände zu stellen. Das Bauteil erlaube einen Blick auf die Architektur und vermittle Wissen zur Konstruktion. Es handelt sich um ein 25 Tonnen schweres Teilstück der alten Fahrbahn. Dieses Denkmal wurde zuletzt saniert und wird demnächst auf seinem endgültigen Standort neben dem Bahnhof Schaberg platziert.