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Notbetreuung in Solingen: Kita-Kinder kehren zurück

Notbetreuung in Solingen : Kita-Kinder kehren zurück

Bislang klappt in Solingen der erweiterte Betrieb an den Städtischen Kindertagesstätten. Die Zahl der zu betreuenden Mädchen und Jungen steigt langsam an. Wie es weitergeht, bleibt abzuwarten.

Wenn etwas in der Corona-Pandemie bislang beständig war, dann die Unbeständigkeit: Regelmäßig prasseln neue Infos auf den Bürger ein, und auch Regeln und Schutzmaßnahmen verändern sich in einer ungewohnten Rasanz. Besonders deutlich wird das in der Kinderbetreuung.

Wurden am 20. April noch 253 Jungen und Mädchen an 17 städtischen Kindertagesstätten betreut, sind es gut eine Woche später schon 402. In der Tagespflege ist die Zahl von 31 auf 56 gestiegen. Nach der Ausweitung der systemrelevanten Tätigkeitsfelder kehrten zuletzt auch Kinder Alleinerziehender zurück. „Wir hatten zunächst nur drei Kinder in der Notbetreuung, inzwischen sind es elf bis 13“, berichtet zum Beispiel Petra Tietze, Leiterin der Kita Vorspel an der Klemens-Horn-Straße. Damit sind nun gut zehn Prozent aller Kinder der Einrichtung wieder im Haus. Aufgeteilt sind Tietzes Schützlinge aktuell in vier Gruppen, bald werden es wohl fünf sein. „Es gibt schon weitere Anfragen“, erklärt die Kita-Leiterin.

Manche Eltern hätten ihren Anspruch auf einen Platz in der Notbetreuung zuletzt nicht genutzt, weil sie sich anderweitig beholfen hätten. In jedem Fall richtet man sich in den Solinger Kitas in der nächsten Zeit auf einen stärkeren Zulauf ein. „Im Moment können wir das alles gut regeln“, betont Tietze – zumal man in puncto Hygiene gut aufgestellt sei. Regelmäßig würde desinfiziert. Eltern dürften die Räume weiter nicht betreten. Die Kinder müssten sich sofort nach Ankunft die Hände waschen. Auch Mitarbeiter, die sich um unterschiedliche Gruppen kümmern, blieben auf Distanz.

Doch die Entwicklung bleibt abzuwarten: Immer wenn neue Kinder hinzu kämen, müsse man eine neue Gruppe eröffnen, um zusätzliche Kontakte zu vermeiden, erklärt die Kita-Leiterin. Das funktioniere aber nicht unbegrenzt. Mit stärkerem Andrang werde es auch mehr Kontakte geben. „Eine besondere Herausforderung ist es für die Erzieherinnen und Erzieher, einen guten Mittelweg zwischen Nähe und Distanz zu finden“, sagt Susanne Rodloff vom Stadtdienst Jugend, und lobt: „Das bekommen sie wirklich gut hin.“ Bei den Kindern jedenfalls sei die Freude groß, wieder in der Kita zu sein, erzählt Petra Tietze.

Steigende Kinderzahlen verlangen auch nach mehr Personal – insbesondere wenn man krankheitsbedingtes Fehlen oder Quarantänefälle einkalkuliert: 118 Mitarbeiter seien bereits im Einsatz gewesen, 54 habe man freigestellt, berichtet Rodloff. Auch eine erhöhte Zahl an Kindern nächste Woche werde man mit dem vorhandenen Personal betreuen können, versichert sie. Allerdings gebe es bei der Personaldecke Unterschiede zwischen den Kitas. In die Glaskugel schauen könne niemand – erst recht nicht angesichts der schnellen Neuregelungen.

Das Land informiere zwar sehr ausführlich, betont Stefan Stiel, Abteilungsleiter für die Betriebe der Jugendhilfe. Ein Problem sei aber mitunter die Zeit: So seien etwa Infos über auf das Vorgehen ab letztem Montag erst am vorangegangenen Freitagabend eingetrudelt.