Solingen: Neumann: SPD kann von Groko-Diskussion profitieren

Solingen: Neumann: SPD kann von Groko-Diskussion profitieren

Auf 60 Prozent Befürworter der Großen Koalition hatte Josef Neumann bei der Mitgliederbefragung der SPD gesetzt. Dass das gestern verkündete Ergebnis von über 66 Prozent darüber noch hinausging, führt der Vorsitzende der Solinger Sozialdemokraten auch darauf zurück, dass die "NoGroko"-Kampagne der Jusos auch viele Parteimitglieder zur Teilnahme bewogen hat, die man nicht auf Ortsvereinversammlungen oder Parteitagen sieht. "Sie haben gespürt, dass sie aktiv werden müssen." So erkläre sich die sehr große Wahlbeteiligung. Die Mobilisierung habe auch in die andere Richtung funktioniert.

Wobei Neumann, der im Vorfeld aktiv für die Große Koalition geworben hatte, schon vorher den Eindruck gewonnen hat, dass die sehr medienwirksame Kampagne gegen eine Neuauflage der Großen Koalition mit der CDU die Stimmung in der Partei nicht vollständig widerspiegelt habe. Mit vielen der insgesamt 60 neuen Mitglieder, die im Zuge der Mitgliederbefragung in die Partei eintraten, habe er Gespräche geführt. Sein Eindruck: Die Ablehnung der Groko war keineswegs das vorrangige Ziel der Mitgliedschaft. Der eine mache sich grundsätzliche Sorgen um die Demokratie, der andere will etwas gegen den Rechtsruck im Land unternehmen. Neumann müsse lange zurückdenken, um eine derart intensive Debatte innerhalb der Partei zu finden. "Das macht Mut."

Diese neuen Mitglieder mitzunehmen, sie in die Arbeit einzubinden, sei nun wichtig. Der Schwung könnte genutzt werden für die Vorbereitung der Kommunalwahl 2020.

(hr)