1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen

Neues Gewerbegebiet in Solingen: Rasspe-Schornstein ist verschwunden

Neues Gewerbegebiet in Solingen : Rasspe-Schornstein ist verschwunden

Mit dem rund 50 Meter hohen Kamin ist am Mittwoch eine echte Landmarke in Stöcken verschwunden. Nun gehen die Arbeiten auf dem künftigen Gewerbegebiet in eine weitere Runde. Als nächstes folgt ein Verkehrsgutachten.

Weit mehr als ein Jahrhundert lang war der rund 50 Meter hohe Backsteinbau so etwas wie eine Landmarke im Solinger Westen gewesen. Doch am Ende ging dann alles in einer beinahe atemberaubenden Geschwindigkeit vonstatten. Denn nachdem in den vergangenen Monaten bereits große Teile der alten  Landmaschinenfabrik Rasspe in Stöcken abgerissen worden waren, schlug nun am Dienstagmorgen auch für den einzigen noch verbliebenen Schornstein die letzte Stunde.

Dabei vermochte der Riese den Abrissarbeiten mit einem sogenannten Longfront-Bagger entschieden weniger entgegenzusetzen, als die Experten zunächst befürchtet hatten. So benötigte das schwere Gerät, das gegen 8 Uhr morgens in Stellung gebracht worden war, lediglich gut zwei Stunden, um den Schornstein Stück für Stück bis auf die Grundmauern „abzuknabbern“.

Entsprechend zufrieden zeigten sich die Verantwortlichen am späteren Vormittag. „Es hat alles reibungslos funktioniert“, bilanzierte zum Beispiel die Projektleiterin beim Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV), Dr. Beatrix Haglauer-Ruppel, derweil Achim Willke, Prokurist bei der städtischen Wirtschaftsförderung Solingen, den Blick schon einmal nach vorne richtete.

  • Frank Balkenhol, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung.
    Solingen : Messe: Investitionsprojekte im digitalen Format
  • Thomas Kutschaty trug sich neben Josef
    Kondolenzbuch liegt im Rathaus aus : Solingen trauert um Uli Uibel
  • Im Gewerbegebiet Kapellen angekommen: Winfried Traub
    Große Ansiedlung in Grevenbroich : Millionen-Investition im Gewerbegebiet Kapellen

„Bis auf zwei Gebäude sind inzwischen zehn Bauten auf dem Areal zurückgebaut worden“, sagte Willke, der sich demzufolge optimistisch zeigte, jetzt auch die nächsten Schritte zur Revitalisierung der alten Industriebrache zügig in Angriff nehmen zu können. So ist vorgesehen, in den kommenden Wochen und Monaten die weiteren noch zum Abriss vorgesehenen Gebäude abzutragen, während parallel dazu die Sanierung des Bodens in seine entscheidende Phase gehen wird.

Das bedeutet, dass der bereits angefallene und auf dem Gelände angehäufte Schutt mit Hilfe einer Bauschutt-Aufbereitungsanlage auf Schadstoffe untersucht wird. Denn sollten sich keine Belastungen finden, können Teile des Materials weiterverwendet werden. Darüber hinaus stehen aber ach noch weitere Untersuchungen des eigentlichen Bodens an, um mögliche Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg zu finden. Denn erst wenn diese Gefahr auszuschließen ist, kann das gesamte Rasspe-Grundstück eingeebnet werden.

Das ist wiederum wichtig, um später einmal eine attraktive Fläche für die Ansiedlung neuer Firmen im Wirtschaftsförderung-Portfolio zu haben. Augenblicklich laufen zwischen der Wirtschaftsförderung sowie dem AAV Gespräche über die zu erwartenden Quadratmeterpreise im freigeräumten Bereich des zukünftigen Gewerbegebiets „Stöcken 17“, derweil der vordere Teil mit den denkmalgeschützten alten Rasspe-Hauptgebäuden einzig und allein in der Zuständigkeit der Wirtschaftsförderung liegen.

Welche Preise am Ende erzielt werden können, bleibt einstweilen offen. „Das Interesse an dem Areal ist aber nach wie vor groß“, beteuerte nun einmal mehr Wirtschaftsförderungs-Mann Willke, der ferner darauf verwies, das möglichst noch in diesem Monat der Auftrag zur Erstellung eines detaillierten Verkehrsgutachtens für Stöcken erteilt werden soll.

Der Grund für die Expertise: Nur so können die Rahmenbedingungen für das spätere Gewerbegebiet ermittelt werden. Fest steht hingegen, dass es neben Gewerbe lediglich ein paar andere Alternativnutzungen geben wird, die dabei so etwas wie eine Ergänzung des Angebots darstellen. Gedacht ist diesbezüglich zum Beispiel an Gastronomie, Sport oder Vergleichbares – Dinge, die das Gewerbegebiet für die dortigen Angestellten attraktiv machen.

Wann genau die ersten Firmen in „Stöcken 17“ einziehen, steht noch nicht fest. Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass sich an das Abriss-Jahr 2020 die Phase der Planung anschließt. 2022 wäre es dann denkbar, die Erschließung in den Fokus zu nehmen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Der Abriss bei Rasspe geht voran