Neues Buch: Thorsten "Toto" Heim ist gerne Polizist, Freund und Helfer

Torsten Heim als Buchautor : „Toto“ ist gerne Polizist, Freund und Helfer

In seinem Buch greift der Solinger Torsten Heim 27 Fälle aus seinem beruflichen Alltag auf.

Wie man von Bochum nach Solingen kommt, das weiß der Bochumer Polizist Torsten Heim genau. Denn er stammt aus Solingen, besucht regelmäßig in der Klingenstadt seine Eltern und seine Lebensgefährtin in Gräfrath. Im Ruhrpott wurde er zum Kult-Polizisten „Toto“. In seinem neuen Buch „Toto – der nächste Einsatz kommt bestimmt !“ beschreibt er seine 27 „spannendsten und mitreißendsten Geschichten aus drei Jahrzehnten Polizeidienst“.

Richtig stolz ist er auf das Buch, erzählt er. Diesmal habe er keinen Ghostwriter benötigt. Zusammen mit einer Lektorin des Verlagshauses Zitzmann aus Nürnberg hat er die Geschichten selbst aufgeschrieben. Munter plaudernd, auch recht burschikos ist die Sprache – manchmal dringt sogar etwas Beamten-Deutsch aus den Zeilen. Kurz: Den Texten merkt man an, dass man Torsten „Toto“ Heim und die von ihm beschriebenen Szenen im Ruhrpott-Original liest.

Und er hat viel zu erzählen. Da war die Situation, als er einen Streit einer Gruppe – eine sogenannte Kneipenschlägerei – auch mit körperlicher Kraft beruhigen musste. „Plötzlich hatte ich ein Messer im Rücken.“ Zum Glück sei die Klinge nur acht Zentimeter lang gewesen und habe wegen der Schutzweste, die er trug, keine wichtigen Stellen getroffen. Das war in seiner Zeit, als er noch in Köln Dienst schob.

Doch das Ereignis wirkte nach. Selbst nach mehr als 35.000 Einsätzen in mehr als drei Jahrzehnten Dienst – er begann 1981 bei der Polizei in NRW – habe er das lange verarbeiten müssen, gibt er zu. Das führt auch zu einem Thema, das er schon einmal in einem anderen Interview beklagt hatte: Der Respekt der Bürger vor den Polizisten nimmt ab. Heute sagt er: „Es ist noch schlimmer geworden.“ Zugleich erlebt er eine für ihn teilweise kaum nachzuvollziehende Hilflosigkeit, wenn jemand die Polizei brauche.

Er nennt Beispiele. Da sei ein Mann auf die Wache gekommen und habe seinen Führerschein verächtlich auf den Boden geworfen. „Ich soll den abgeben.“ Dafür sei die Polizei aber nicht zuständig, habe er ihm erklärt, das mache das Straßenverkehrsamt. Schulterzuckend sei der Mann trotzdem aus der Wache abgehauen. Dann würden er und seine Kollegen immer wieder wegen Ruhestörung angerufen. Vor Ort frage er dann, ob der Anrufer sich schon einmal beim lauten Nachbarn beschwert habe. Hatte er nicht. Für Heim alles Indizien, dass es in der Gesellschaft auseinanderdriftet.

Doch in seinem Buch findet der Leser vor allem Unterhaltung. Der 56-Jährige grast durch den Fundus der Protokolle seiner Einsätze. Da ist die Story vom Raubüberfall auf einen Edeka-Supermarkt. Eine Kundin habe dabei einen Herzstillstand erlebt. Er habe sofort mit Herzdruckmassage des leblos wirkenden Körpers begonnen. Die Frau überlebte, kam auf die Intensivstation und habe mit dem Aufschlagen der Augen gesagt: „Der Toto aus dem Fernsehen hat mir das Leben gerettet“. Ab und an treffe er die Dame immer noch auf einen Kaffee.

Diese und weitere solcher Geschichten findet man reichlich. Die Geburtshilfe auf der Landstraße gehört dazu, als ein in Sachen Geburten versierter Kollege und er bei einem Verkehrsunfall auch noch ein Baby auf die Welt brachten. Da ein Beamter immer im Dienst ist, darf auch die Sache mit dem Autoknacker nicht fehlen. Diesen stellte er in seiner Freizeit am späten Abend schließlich mit einem Kollegen, der gerade auch keinen Dienst hatte.

Zusammenfassend sei ihm beim schreiben des Buches auch eins klargeworden: Er sei gerne Polizist, Freund und Helfer: „Dafür gehe ich ja arbeiten.“ Das Helfen ist ihm wichtig, so geht ein Teil des Bucherlöses auch an karitative Zwecke. Und Torsten Heim hofft, sein Buch und sein Comedy-Programm auch bald einmal in Solingen vorstellen zu können.