Solingen: Neuer Vorstoß der Wirtschaft zur B229n

Solingen: Neuer Vorstoß der Wirtschaft zur B229n

Die Bergische Industrie-und Handelskammer sowie die IHK Düsseldorf haben den von der Landesregierung ausgebremsten Zubringer zur A3 in Langenfeld für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet.

Es war eines der ersten Straßenbauprojekte, das die Rot-Grüne Landesregierung kurz nach ihrem Amtsantritt beerdigte. Statt Autobahnzubringer B229n als Verlängerung der Viehbachtalstraße, lange Jahre geplant und je nach Regierungsmehrheit wieder verworfen oder erneut ins Rollen gebracht, soll nun ein Umbau beziehungsweise eine Ertüchtigung reichen, um die täglichen Staus an der Zufahrt zur A3 zu beheben.

Doch die Bergische Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie die für Langenfeld zuständige IHK Düsseldorf finden sich damit nicht ab: Die beiden IHKs haben jetzt die B229n/Ortsumgehung Langenfeld als Projekt für den neuen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2015 angemeldet. Die B229n würde den Anschluss Solingens und Langenfelds an die A3 entscheidend verbessern, so die Begründung des Vorstoßes.

"Wir wissen zwar, dass die Landesregierung das nicht will, aber einfach beerdigen wollen wir dieses Straßenbauprojekt nicht", betonte Thomas Wängler, bei der Bergischen IHK für Verkehr zuständig. Der Umbau sei zwar zu begrüßen, so Wängler, "doch man kommt um einen neuen Anschluss nicht herum."

Üblicherweise melden die Bundesländer ihre dringlichsten Verkehrsprojekte beim Bund an. So hat auch Ende 2013 die nordrhein-westfälische Landesregierung eine Liste vorgelegt. In dieser fehlt jedoch die B229n, obwohl der Regionalrat Düsseldorf sie auf Vorschlag beider IHKs und der Stadt Langenfeld ausdrücklich zur Anmeldung empfohlen hatte.

"Wegen der großen Bedeutung dieses Projekts, insbesondere für die regionale Wirtschaft, haben wir uns deshalb entschlossen, die Möglichkeit der 'Projektanmeldung durch Dritte' zu nutzen. Wir wollen so erreichen, dass der Bund eine aktuelle und neutrale Kosten-Nutzung-Rechnung erstellt." Das betonten Michael Wenge, Hauptgeschäftsführer der Bergischen IHK, und Dr. Udo Siepmann, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf. Für sie ist der neue A3-Anschluss noch lange nicht vom Tisch.

  • Solingen : CDU will Ohligser Heide als Autobahn-Anschluss

Stadtdirektor Hartmut Hoferichter verwies auf Anfrage unterdessen auf die derzeitige politische Beschluss-Lage in der Klingenstadt: Dies ist die Ertüchtigung beziehungsweise die Verbesserung des vorhandenen Anschlusses zur Autobahn 3.

Marc Westkämper, Bezirksbürgermeister in Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid, ist froh über den Vorstoß der IHKs. "Grundsätzlich sind alle Anstrengungen, den Anschluss Solingens an die A3 zu verbessern, zu begrüßen." Für den CDU-Mann bleibt bei diesen Kraftanstrengungen neben der B229n allerdings auch ein verbesserter Anschluss über die Haus Gravener Straße in Wiescheid ein "nach wie vor ein diskussionswürdiger Aspekt".

Für Udo Siepmann ist der Vorstoß der IHKs jedenfalls "die letzte Chance" für das Straßenprojekt. Laut IHK brennt das ungelöste Stauproblem der heimischen Wirtschaft auf den Nägeln.

Langenfelds Bürgermeister Frank Schneider (CDU) begrüßt den Vorstoß der Kammern: "Wir brauchen die B229n. Daran würden auch "weitere Rumbasteleien am Provisorium" nichts ändern, sagte Schneider in Anspielung auf den Umbau des bestehenden A3-Anschlusses ab kommenden Mai.

(RP)
Mehr von RP ONLINE