Solingen: Neuer Chefarzt will Akzente setzen

Solingen: Neuer Chefarzt will Akzente setzen

Seit Januar leitet Dr. Ioannis Tsitlakidis die Gynäkologie und Geburtshilfe der St. Lukas Klinik.

Eines steht für Dr. Ioannis Tsitlakidis schon jetzt fest: Er will auf jeden Fall länger an der St. Lukas Klinik bleiben. "Mindestens bis zur Rente", sagt der 54-Jährige und lacht. Seit dem 1. Januar führt er als Chefarzt die Gynäkologie und Geburtshilfe in der Ohligser Klinik - und ist in seiner neuen Aufgabe schon voll angekommen: "Ich bin sehr gut aufgenommen worden, vom Team her ist es optimal", sagt Tsitlakidis. Er hat klare Pläne für die Zukunft: Die gute Arbeit der Station soll fortgeführt werden - und zugleich um die Schwerpunkte und Methoden, die er mitbringt, erweitert werden. "Vom Spektrum her können wir alles anbieten, was die konservative und die operative Gynäkologie umfasst", macht er deutlich.

Auch das Spektrum des neuen Chefarztes ist breit gefächert, seine fachlichen Schwerpunkte liegen unter anderem bei gynäkologischer Onkologie, uro-gynäkologischen Eingriffen und Prolaps-Chirurgie bei Blasen- oder Mastdarmvorfall. Gerade die aus dem Prolaps resultierende Inkontinenz, macht Tsitlakidis deutlich, sei noch immer ein Tabuthema. "Die Leute gehen nicht zum Arzt oder verheimlichen die Erkrankung. Dabei ist dies ein Eingriff von etwa 15 Minuten, nach dem die Patienten etwa zwei bis drei Tage im Krankenhaus bleiben müssen."

Hinzu kommt eine Spezialisierung auf minimal-invasive Operationen, also Operationen nach dem sogenannten Schlüssellochverfahren. Denn viele Operationen, bei denen vor Jahren noch ein Bauchschnitt notwendig war und die Frauen Wochen im Krankenhaus bleiben mussten, so der Chefarzt, ließen sich heute bereits minimal-invasiv durchführen. "Medizin ist im Fluss. Was heute Standard ist, war vor zehn bis 15 Jahren nicht denkbar", so Tsitlakidis.

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Auch in der Geburtshilfe will der Vater zweier erwachsener Kinder - die beide Medizin studieren - neue Wege beschreiten: Hier liegt seine Spezialisierung auf einer familienorientierten Geburtshilfe, die die enge persönliche Betreuung von Vater, Mutter und Kind umfasst. In seiner 25-jährigen Tätigkeit als Gynäkologe hat Tsitlakidis umfassende Erfahrung in der Betreuung von Risiko- und Zwillingsschwangerschaften und Frühgeborenen gesammelt. Künftig sollen in der Lukas-Klinik auch Kinder in Beckenendlage auf natürlichem Wege geboren werden. "Ich habe dies bereits lange praktiziert. Bisher wurden Beckenendlagen per Kaiserschnitt entbunden, dies versuchen wir jetzt umzustellen." Geburt, macht der Chefarzt deutlich, sei die natürlichste Sache der Welt. "Man sollte nicht den Fehler machen und sie als Krankheit deklarieren." Als Ziele für die kommenden Monate definiert er vor allem den Ausbau der gynäkologischen Onkologie und der minimal-invasiven Chirurgie sowie die Weiterführung des Kontinenzzentrums im Bereich Uro-Gynäkologie und der familienorientierten Geburtshilfe.

Sie seien froh, dass sie es geschafft hätten, jemanden mit einer so hohen Expertise in gynäkologischer Onkologie zu finden, sagt Gregor Hellmons, Geschäftsführer der Kplus-Gruppe, zu der die St. Lukas Klinik gehört. "Manchmal muss man Traditionen auch auffrischen. Mit ihm trauen wir uns zu, mit offenem Visier auch gegenüber den Mitbewerbern anzutreten." Eine geburtshilfliche Station in der Lukas-Klinik unterstreiche Vielseitigkeit und Trägervielfalt in der Stadt, sagt Christof Maaßen, Direktor der Klinik. "Umso mehr freut es uns, jemanden gefunden zu haben, der für fachliche Kompetenz steht." Zudem erlaube die Spezialisierung von Ioannis Tsitlakidis auf gynäkologische Onkologie einen weiteren Ausbau des onkologischen Schwerpunkts an der Lukas-Klinik.

(mxh)
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