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Solingen: Neuer Anlauf zum Kreisel Dickenbusch

Solingen : Neuer Anlauf zum Kreisel Dickenbusch

Weil das Land die Förderkriterien für kommunale Straßen geändert hat, könnten nun doch Gelder für einen doppelten Kreisverkehr fließen. Die Stadt lässt das Projekt in den nächsten Wochen noch einmal auf seine Finanzierung prüfen.

Es ist eines der zentralen Verkehrsprojekte der vergangenen zehn Jahre in Solingen. Schon seit langem existieren Überlegungen, die Kreuzung Dickenbusch am Südrand der City zu einem modernen Doppel-Kreisverkehr umzubauen - was zuletzt indes an fehlenden Fördergeldern scheiterte. Doch nun scheint nach Jahren des Stillstandes endlich wieder Bewegung in die Angelegenheit zu kommen. Denn die Stadt plant in Kürze einen neuen Anlauf für die Kreisel.

Solingen: Neuer Anlauf zum Kreisel Dickenbusch
Foto: Köhlen Stephan

Das bestätigte gestern eine Rathaussprecherin auf Anfrage unserer Redaktion. Der Hintergrund: Die seit Sommer 2017 amtierende Landesregierung aus CDU und FDP hat mittlerweile die Richtlinien zur Förderung kommunaler Straßen überarbeitet. Konnten bislang lediglich solche Bauvorhaben mit finanzieller Unterstützung des Landes rechnen, bei denen Straßen kurz vor dem Aus standen, ist es zukünftig auch möglich, Gelder für Projekte zu beantragen, die eine "verkehrstechnische Verbesserung" zum Ziel haben.

Was im Falle von zwei Kreisverkehren am Dickenbusch unzweifelhaft zuträfe. Denn momentan können Autofahrer, die von Höhscheid kommen, nicht nach links in die Katternberger Straße und in Richtung Friedrichstraße abbiegen. Mit der Folge, dass sich vor allem der Verkehr in Richtung Hofgarten über die engen Straßen in der Innenstadt quält - Staus und Lärmbelästigungen inklusive.

Deshalb will die Verwaltung die überarbeiteten Förderrichtlinien jetzt in den nächsten Wochen noch einmal prüfen und gegebenenfalls einen weiteren Antrag beim Land NRW stellen. "Sollten sich neue Perspektiven für einen Umbau des Dickenbuschs ergeben, würden wir die Sache daraufhin als Vorlage in die Solinger Politik bringen", kündigte die Stadtsprecherin am Montag an.

Tatsächlich befinden sich in den Schubladen der zuständigen Beamten im Rathaus sowie bei der für die Genehmigung verantwortlichen Bezirksregierung bereits seit längerer Zeit ausgearbeitete Entwürfe für die beiden Kreisel, die auf einem verkehrspolitischen Kompromiss aus dem Jahr 2013 basieren. Damals hatte die Politik einen anderen Vorschlag der Stadt gekippt und auf Initiative der CDU der Doppelkreisverkehr-Lösung mit den im Durchmesser 28 und 32 Meter breiten Rondellen an den Ecken Kölner Straße / Katternberger Straße sowie Katternberger Straße / Friedrichstraße zugestimmt. Später war dann allerdings klar geworden, dass aus der Umsetzung des Zwei-Millionen-Projekts sowie einer Förderung in Höhe von 1,23 Millionen Euro so schnell nichts werden würde.

Im Gegensatz zu der Kreuzung Kölner Straße / Birkerstraße ein paar Meter weiter stadteinwärts. An dieser Stelle werden nämlich schon ab dieser Woche die Bagger rollen, um die alte Ampelanlage durch eine teilweise neue Verkehrsführung mit Zebrastreifen zu ersetzen. Ziel ist es, die dortige Kreuzung bis Anfang Mai umzugestalten und überdies für ein Mehr an Verkehrssicherheit zu sorgen.

So wurden bereits die entsprechenden Baken aufgestellt. Am heutigen Dienstag beginnen die eigentlichen Bauarbeiten, wobei in einem ersten Schritt die Birkerstraße in Angriff genommen wird. In diesem Bereich soll nach der Fertigstellung ein Zebrastreifen samt Mittelinsel den Fußgängern Vorrang einräumen. Und zudem wird vor dem Postgebäude ein Parkstreifen zum Ent- beziehungsweise Beladen angelegt.

Später kommt dann die Kölner Straße an die Reihe, die ebenfalls eine (verlängerte) Mittelinsel erhält. Der augenblickliche Fußgängerüberweg wird einige Meter in Richtung Kölner Höfe verschoben. Insgesamt sind für diese Maßnahme 193.000 Euro vorgesehen, die im städtischen Haushalt eingestellt sind. Die Stadt geht davon aus, dass sie in der Summe unter den zunächst geplanten gut 200.000 Euro an Kosten bleibt.

(or)