Solingen: Neuer Anlauf für Bahnhof in Landwehr

Solingen: Neuer Anlauf für Bahnhof in Landwehr

Stadt und Region setzen sich gemeinsam für Haltpunkt und drittes Gleis nach Köln ein. Studie soll genauere Infos liefern.

Sie zählt zu den meistbefahrenen Zugstrecken im Land. Jeden Tag rollen Dutzende von Bahnen der RB 48 sowie des RE 7 über die Schienen zwischen Solingen und Köln. Doch die Gleise gehören keineswegs dem Regionalverkehr allein. Im Gegenteil, auch ICE-Züge verkehren auf der Strecke, so dass es schon seit längerer Zeit immer wieder Forderungen gibt, den Schienenstrang im Solinger Westen um ein drittes Gleis zu erweitern und zusätzlich einen Bahnhof im Bereich Landwehr zu bauen.

Zwar gab es zuletzt zunächst einen Dämpfer, weil eine erste Machbarkeitsstudie im Auftrag des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr erhebliche Zweifel an der Realisierung des Vorhabens angemeldet hatte. Doch jetzt will Solingen zusammen mit anderen Kommunen der Region eine neue Offensive für die beiden Projekte starten.

So soll in Kürze eine Bedarfsstudie in Auftrag gegeben werden, die von den insgesamt 20 Gebietskörperschaften des regionalen Zusammenschlusses "Zwischen Rhein und Wupper" getragen wird und die der Startschuss sein soll zum Ausbau der Bahnstrecke. Denn das erklärte Ziel besteht darin, im Rahmen des Landesprojektes Stadt.Umland, das Basis Städte-Kooperation ist, die Infrastruktur fit für die Zukunft zu machen.

"Es muss darum gehen, den ÖPNV zu verbessern", umriss Oberbürgermeister Tim Kurzbach nun im Gespräch mit unserer Redaktion noch einmal eine der verkehrstechnischen Hauptherausforderungen der nächsten Jahre. Wobei im Solinger Rathaus längst die Erkenntnis gereift ist, dass sich sprichwörtlich bahnbrechende Vorhaben wie etwa ein drittes Gleis in Richtung Köln beziehungsweise ein weiterer Bahnhof in Landwehr eher realisieren lassen werden, wenn die Nachbarkommunen an einem Strang ziehen.

Nicht zuletzt deshalb bewarben sich die Städte und Gemeinden zwischen Düsseldorf und Wuppertal sowie zwischen Heiligenhaus und Leverkusen vor einigen Jahren zunächst um die Aufnahme in das Landesprogramm, um nach dem Zuschlag mehrere Pilotprojekte zu entwickeln - darunter auch die Städtebahnstudie. Die Grundidee dahinter ist, dass gerade im Umland der großen Metropolen Düsseldorf und Köln die Einwohnerzahlen weiter wachsen werden. Was wiederum die Notwendigkeit nach sich zieht, den Menschen einen bequemen sowie funktionierenden ÖPNV zu bieten.

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Dabei kommt Landwehr eine besondere Bedeutung zu. Denn zum einen liegt die Gegend an der Schnittstelle von Solingen und Langenfeld. Und zum anderen wirkt die Bahnstrecke wie ein Verbindungsglied zwischen mehreren Städten der Region, zum Beispiel Wuppertal sowie Leverkusen.

"Ein Anliegen der kommunalen Kooperation ist unter anderem, den Menschen pro Tag eine Stunde mehr Zeit zu geben", sagte gestern Carsten Zimmermann von der Stadt Solingen, der im Stab von OB Kurzbach als Abteilungsleiter für strategische Planung arbeitet. So sollen Pendler ihre Stunden möglichst nicht im Stau auf der Autobahn oder beim Warten auf Bahnsteigen vergeuden, sondern durch ein Plus an freier Zeit Lebensqualität erhalten - weswegen gerade ein Ausbau der Bahnstrecke Solingen-Köln inklusive eines neuen Haltepunktes dringlich erscheint.

Tatsächlich werden in den nächsten Wochen noch Gespräche mit den zwei Verkehrsverbünden Rhein-Ruhr sowie Rhein-Sieg geführt, um das Projekt "Hand in Hand" (Zimmermann) zu stemmen. Und parallel laufen Überlegungen, zusätzlich zu den Eigenanteilen der beteiligten Kommunen Fördergelder zu gewinnen, so dass die Studie schnell auf den Weg gebracht werden kann.

In ungefähr einem Jahr wäre es denkbar, erste belastbare Zahlen zu haben, die Grundlage wären für die nächsten Schritte. Beispielsweise müsste das Projekt als Ganzes Eingang finden in die entsprechenden Verkehrspläne von Bund und Land. Dass die Region auf jeden Fall ein drittes Bahngleis und einen neuen Bahnhof benötigt, daran besteht für die Solinger Verantwortlichen jedenfalls kein Zweifel. Carsten Zimmermann: "Wir brauchen intelligente Konzepte zur Siedlungsentwicklung und damit einhergehend zur Mobilität der Menschen".

(or)