Neue Verzögerung bei Auffahrt Scheuren in Solingen

Viehbachtalstraße in Solingen : Bei Scheuren-Zufahrt droht neue Verzögerung

Augenblicklich werden die nachgebesserten Varianten der Anbindung des Gewerbegebietes an die Stadtautobahn geprüft. Für eine Rampe könnten private Grundstücke nötig sein. Die Politik drückt weiter aufs Tempo.

Die schon seit längerer Zeit vorgesehene Anbindung des Industrie- und Gewerbegebietes Scheuren an die Viehbachtalstraße lässt weiter auf sich warten. Denn nachdem das beauftragte Planungsbüro im Frühsommer dieses Jahres den Auftrag erhalten hat, bei der Projektierung der notwendigen Rampe nachzubessern, steht fest, dass das gesamte Vorhaben wohl schwieriger umzusetzen ist als zunächst gedacht.

„Inzwischen liegen verschiedene Varianten vor“, sagte eine Sprecherin der Stadt am Montag auf Anfrage. Eine Entscheidung darüber, welche Lösung für die Verbindung des Industrie- und Gewerbegebietes an die Stadtautobahn am Ende kommen werde, stehe hingegen noch aus. So gelte es unter anderem zunächst einmal, die besagten Varianten „in Hinblick auf die technische Umsetzbarkeit“ zu prüfen, hieß es aus dem Rathaus.

Wobei selbst bei einer positiven Bewertung einer der vorliegenden Möglichkeiten unklar bliebe, ob diese ohne Schwierigkeiten zu realisieren wäre. So könnten eventuell auch noch „liegenschaftliche Belange“ (Stadt) eine Rolle spielen – was im Klartext bedeutet, als dass vor einem Baustart gegebenenfalls private Grundstücke erworben werden müssten.

Demzufolge ist bis auf Weiteres offen, welche Konsequenzen die zuletzt überarbeitete Rampenführung für den Zeitplan mit sich bringt. Gleichzeitig macht aber auch die Politik Druck. „Die Zu- und Abfahrt von der Stadtautobahn nach Scheuren hat hohe Priorität“, betonte jetzt noch einmal der Vorsitzende des Planungsausschusses Bernd Krebs (CDU), der das Thema möglichst noch in diesem Jahr beraten lassen will.

Das Gewerbegebiet Scheuren wird jeden Tag von unzähligen Lkw angefahren – zurzeit noch über innerstädtische Straßen. Foto: Meuter, Peter (pm)

Der Grund: Bereits vor Jahren verlangten viele der in Scheuren ansässigen Firmen, darunter die BIA Kunststoff- und Galvanotechnik GmbH & Co. KG sowie das Modeunternehmen Walbusch, eine bessere Anbindung ans Fernstraßennetz. Denn immerhin, so die Argumentation, seien die bislang vom Lieferverkehr genutzten Straßen rund um das Gewerbegebiet entschieden zu eng.

Eine Sichtweise, die die Unternehmen mit der Mehrzahl der Anwohner teilen. Darum kamen aus dem Kreis der Anrainer ebenfalls immer wieder Forderungen nach einer direkten Verbindung Scheurens mit der Viehbachtalstraße – wobei die CDU nun auch diese Anwohner in der Pflicht sieht. „Wenn es darum geht, dass für den Bau einer Rampe private Grundstücke benötigt werden, kann man erwarten, dass die Eigentümer diese Grundstücke zur Verfügung stellen“, sagte Christdemokrat Krebs.

Die politische Mehrheit für das Projekt steht jedenfalls nach wie vor. So geht die Idee, Scheuren in Fahrtrichtung Ohligs an die Viehbachtalstraße anzuschließen, ursprünglich unter anderem auf die Grünen zurück. „Dass der Anschluss benötigt wird, darüber herrschte schon früher unter den Parteien in Solingen Einigkeit“, unterstrich Bernd Krebs. Parallel erinnerte der CDU-Mann an den Umstand, wonach die Stadt nicht alleine über einen Viehbachtalstraßen-Anschluss für Scheuren entscheiden könne. So sei der landeseigene Betrieb Straßen.NRW als Verantwortlicher für die unter dem Kürzel L 141n firmierende Solinger Stadtautobahn stets mit an Bord.

Tatsächlich hatte Straßen.NRW im Frühjahr auf die erwähnte Nachbesserung der Pläne gedrungen. Die verkehrstechnische Notwendigkeit eines Anschlusses war zuvor mittels eines Gutachtens festgestellt worden. Vorgesehen ist nach aktuellem Stand der Dinge, dass in Fahrtrichtung Ohligs zuerst eine Abfahrt zur „Vieh“ in Richtung Ohligs erhält und später von der Stadtmitte in gleicher Richtung noch eine Zufahrt gebaut wird. Auf der gegenüberliegenden Fahrbahn ist indes keine Verbindung im Gespräch.

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