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Solingen: Neue Schule: Politik gibt Eltern das Wort

Solingen : Neue Schule: Politik gibt Eltern das Wort

Keine Frage; der überraschende Vorstoß, die Schullandschaft bei den Kindern aus den Klassen 5 bis 10 zu einem dreigliedrigen System mit Gymnasien, Gesamtschulen und neuen Sekundarschulen umzubauen, hat viel Staub aufgewirbelt. Emotionen prägten denn auch die gestrige Schulausschuss-Sitzung.

Ergebnis: Es wurde zurückgerudert. Am Ende einigten sich die Beteiligten auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zur gewünschten Neugestaltung der Bildungslandschaft in der Sekundarstufe I: die Elternbefragung.

Gerd Schlupp (DSW) wertete den einstimmig gefassten Kompromiss, der erst nach einer Sitzungsunterbrechung zustande kam, mit sichtlichem Aufatmen. "Uns ist es gelungen, einen drohenden Schulkampf in letzter Minute abzuwenden."

Die umstrittene und auch vom Sprecherrat der Rektoren scharf kritisierte Beschluss-Vorlage, die drei bestehenden Realschulen sowie die beiden verbleibenden Hauptschulen schrittweise mit dem Schuljahr 2013/14 in Sekundarschulen umzuwandeln, wurde zurückgenommen.

Beauftragt wurde die Verwaltung stattdessen, bis Ende Oktober Informationsveranstaltungen, angelehnt an die fünf Stadtbezirke, zu den Schulformen anzubieten. Anschließend sollen Eltern von Kindern aus den dritten und vierten Grundschulklassen dann zu ihrer Wunschschule befragt werden. Dabei soll insbesondere abgeklopft werden, wie stark der Bedarf am längeren gemeinsamen Lernen der Kinder ist.

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Konkret gemeint ist damit die Frage, ob eine zusätzliche Gesamtschule beziehungsweise die Sekundarschule von Eltern entsprechend nachgefragt wird, in denen die Kinder in den Klassen 5 und 6 ja gemeinsam lernen. BfS-Mann Martin Bender begrüßt die Elternbefragung als "Mittel der direkten Demokratie". Kritiker sehen darin indes ein Ungleichgewicht, weil Eltern zweier Jahrgangsstufen in der Grundschule mit ihrem Votum die Bildungslandschaft bei den weiterführenden Schulen bestimmen könnten.

Edith Vieth (CDU) forderte, den für die zukünftige Weichenstellung so entscheidenden Fragebogen für die Eltern nicht im Bildungs-Workshop hinter verschlossen Türen, dem man jetzt ohnehin nichts mehr zutraut, auszuarbeiten, sondern öffentlich im Schulausschuss. Hier bezweifelte Heinz-Eugen Bertenburg (FDP) gestern jedenfalls, dass es nun nichts mehr werde mit dem ambitionierten Zeitplan, die neue Schule noch in diesem Jahr politisch zu beschließen, um im nächsten Jahr mit den ersten Klassen starten zu können.

(RP)