Neue Konzepte für Stöcken sollen Verkehr in Solingen reduzieren

Rasspe-Areal : Stöcken: Weniger Verkehr mit neuen Konzepten

Das alte Rasspe-Gelände soll in den nächsten Jahren neue Firmen anziehen – die Belastung mit Verkehr aber zurückgehen.

Das neue Gewerbegebiet „Stöcken 17“ auf dem Rasspe-Areal zwischen der Innenstadt und der Kohlfurth gehört ohne Zweifel zu den Filetstücken, mit denen die städtische Wirtschaftsförderung in den kommenden Jahren punkten will. Läuft alles nach Plan, sollen dort bald etliche Firmen angesiedelt werden, die den Standort Solingen zu einem Zentrum der Hightech-Industrie machen könnten.

Doch neue Unternehmen sorgen auch für zusätzlichen Verkehr, weswegen schon heute nach Konzepten Ausschau gehalten wird, mit deren Hilfe die Zahl der Fahrzeuge in Stöcken zu reduzieren wäre. So fand im März erstmals eine Bürgerbeteiligung zum Thema Mobilität in Stöcken statt. Im Sommer ging dann unter der Leitung der Wirtschaftsförderung ein Workshop über die Bühne, bei dem sich insgesamt 14 Experten unter der Prämisse „Mehr Mobilität mit weniger Verkehr“ erstmals über Zukunftslösungen für Stöcken austauschten. Und zuletzt schaffte es Solingens größte Gewerbebrache sogar bis nach Berlin, wo die mittlerweile entwickelten Ideen in einen sogenannten Driversitiy-Netzwerk diskutiert wurden.

Dass Handlungsbedarf besteht, daran bestand unter den Teilnehmern der Tagung kein Zweifel. Denn bereits jetzt sind auf der Straße Stöcken, die die Kohlfurth mit der Solinger City verbindet, täglich rund 17.000 Fahrzeuge unterwegs. Und gehen erst einmal die ersten neuen Unternehmen auf dem einstigen Rasspe-Areal an den Start, dürfte das Verkehrsaufkommen mit Sicherheit weiter zunehmen.

Dementsprechend ging es beim Workshop im Sommer darum, für die nächsten Jahre Alternativen aufzuzeigen, soll der motorisierte Individualverkehr, also Fahrten in Autos, doch keineswegs steigen, sondern nach Möglichkeit reduziert werden, um so das langfristige Ziel zu erreichen, den Anteil des Öffentlichen Personennahverkehrs bis zu Jahr 2030 auf rund 30 Prozent auszubauen.

Die Lösungen, um dorthin zu gelangen, sind vielfältig. So teilte die Wirtschaftsförderung am Donnerstag mit, denkbar sei sowohl eine „Auseinandersetzung mit der Stellplatzverordnung“, als auch die Einrichtung von Sharing-Angeboten für Fahrräder, Lastenräder sowie Autos. Und darüber hinaus käme zudem eine Schnittstelle für Lieferdienste infrage, durch die das spätere Gewerbegebiet „Stöcken 17“ mit der Solinger Innenstadt verbunden werden könnte.

Projekte, die nun auch in Berlin im Rahmen des Driversity-Netzwerkes diskutiert wurden. In Kleingruppen wurde in der Bundeshauptstadt unter anderem erörtert, welche Firmen im Fokus stehen, welche Formen der Mobilität daraus abgeleitet möglich sind, wie planungsrechtliche Grundlagen zu schaffen sind und welche Gruppen bei einem Moblitätskonzept berücksichtigt werden müssten. „Die Ergebnisse aus dem Driversity mit drei Schwerpunktthemen werden nun in Arbeitsgruppen innerhalb des Netzwerkes vorangetrieben“, kündigte Frank Balkenhol als Geschäftsführer der Solinger Wirtschaftsförderung an.

Konkrete Resultate sollen dann in ungefähr sechs Monaten, ergo im Frühjahr 2020, vorliegen. Diese neuen Erkenntnisse würden ihrerseits Berücksichtigung in dem Bebauungsplan-Verfahren für das Gewerbegebiet finden .

„Wir wünschen uns weitere Ideen für das Thema ,mehr Mobilität mit weniger Verkehr’ für Stöcken“, sagte Frank Balkenhol. Aus diesem Grund haben Interessierte aus Solingen und der Umgebung die Möglichkeit, in dem Driversity-Netzwerk mitzuarbeiten.