Solingen Neue Häuser im alten Stil

Solingen · Wohnungen mit flexiblen Grundrissen will der Beamten-Wohnungsbauverein für seine Mitglieder schaffen. In einem Monat beginnen die Arbeiten an dem dreiteiligen Bau-Ensemble an der Beckmannstraße.

Der Beamten-Wohnungsbauverein Solingen weiß, was er an der Beckmannstraße zu bieten hat: „Die Mieter sollen bei uns Wohnungen bekommen, die sie sich schon immer erträumt haben“, sagt Karin Spiewak-Berg. „Ob eine 100-Quadratmeter-Luxuswohnung für einen Single oder eine altersgerechte Erdgeschosswohnung: Jeder Mieter kann den Grundriss seiner Wohnung selbst bestimmen.“ Und das kühne Konzept kommt an. „Vier Mieter haben diese Woche bereits unterschrieben“, berichtet die Geschäftsführerin der Genossenschaft. Einziehen können die neuen Bewohner allerdings erst in einem Jahr. Denn die Wohnungen müssen erst noch gebaut werden.

Das neue Ensemble aus zwei Neubauten und einem kernsanierten Altbau soll sich in das Ambiente der Beckmannstraße einbinden. „Wir wollen einen Neubau im alten Stil schaffen.“ Moderne Akzente sollen lediglich die Glastreppenhäuser setzen, die jeweils einen Neubau mit dem Altbau verbinden. Die Glaskonstruktion habe zudem Vorteile für die Mieter: „Dadurch sehen sie möglichst viel von dem Park, den wir vor den Häusern anlegen wollen“, erklärt Spiewak-Berg.

Seit zwölf Jahren ist die Geschäftsführerin im Vorstand des Beamten-Wohnungsbauvereins. Doch es ist der erste Neubau, den sie miterlebt. „Bislang haben wir unsere rund 200 Häuser immer saniert.“ Das sei bei den jetzt abgerissenen zwei kleinen Doppelhäusern aufgrund ihres schlechten Zustandes jedoch nicht mehr möglich gewesen.

Daher stecke nun sehr viel Herzblut in der neuen Aufgabe. „Wenn die Bauarbeiten etwas länger dauern als veranschlagt, ist es nicht so schlimm. Hauptsache, das Ergebnis wird top.“ Erdwärme, Regenwassernutzung, umweltfreundliche Baumaterialen und moderne Steuerungstechnik für Heizung, Licht und Sonnenschutz seien für das neue Bau-Ensemble vorgesehen. „Wir wollen die Nebenkosten so gering wie möglich halten.“ Nach der bisherigen Kalkulation müssten die neuen Mieter künftig nur 1,50 Euro Nebenkosten pro Quadratmeter zahlen.

Und so besteht auf die neuen Räume an der Beckmannstraße schon ein kleiner Run. Bei einer Informationsveranstaltung kamen 40 Interessierte. Dabei stehen nur insgesamt 14 Wohnungen zur Verfügung. „Jetzt führen wir Einzelgespräche“, erklärt Spiewak-Berg. Gute Chancen hat, wer schon lange Mitglied in der Genossenschaft ist oder sich schon frühzeitig auf die Warteliste für die Wohnungen hat setzen lassen.

Die Genossenschaft ist überzeugt, dass sich das Konzept der flexiblen Grundrisse rechnet. „Wenn die Mieter bekommen, was sie sich schon immer gewünscht haben, bleiben sie ja hoffentlich sehr lange in den Wohnungen.“ Und sollte doch mal jemand schneller als gedacht ausziehen, sei dies auch kein Problem. „Wir haben einen eigenen großen Regiebetrieb“, sagt die Geschäftsführerin. „Wände in Leichtbauweise sind schnell neu gezogen.“

(RP)