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Solingen: Neue Chefin will VHS der kurzen Wege

Solingen : Neue Chefin will VHS der kurzen Wege

Anna Lenker leitet seit September die Geschicke der Bergischen Volkshochschule - und kämpft für ein neues Image.

Im Bergischen Land kommt Anna Lenker Tag für Tag ganz gut herum: "Manchmal fange ich morgens in Solingen an, fahre dann nach Wuppertal und komme später wieder zurück", berichtet die 31-Jährige. Seit 1. September 2017 ist sie Pädagogische Leiterin der Bergischen Volkshochschule (VHS) - und als solche gleich intensiv mit Umstrukturierungen der Einrichtung auf Verwaltungsebene befasst: "Die vergangenen Monate waren sehr turbulent", berichtet Lenker. Denn künftig soll aus der Doppelspitze bei der VHS eine Solo-Leitungsstelle werden. Das werde eine "stärkere pädagogische Akzentuierung" mit sich bringen, erklärt Lenker.

Der Grundgedanke "Weiterbildung für alle" führte die gebürtige Düsseldorferin einst zur VHS: 2011 übernahm die studierte Germanistin und Pädagogin die Fachbereichsleitung für Englisch und seltener unterrichtete Sprachen. "Ein toller Job", blickt Lenker zurück, die selbst zweisprachig aufwuchs und ihre Kindheit und Jugend auf Kreta verbrachte - dort, wo die aus Düsseldorf stammende Mutter und ihr Vater noch immer leben. "Mindestens einmal im Jahr bin ich dort", verrät die VHS-Chefin, die neben der deutschen auch die griechische Staatsbürgerschaft besitzt - und beide in Ehren hält: Eigentlich heißt sie mit vollem Namen "Anna Lenker-Koukounarakis". "Der Name meines Vaters bedeutet kleiner Tannenzapfen", verrät sie. Eingestellt worden war Lenker von der mittlerweile verstorbenen VHS-Chefin Monika Biskoping. Als es letztlich um die Neubesetzung der Leitungsposition ging, habe sie eine Weile überlegt, ob sie sich bewerben solle, gesteht sie: "Ich habe im Vorfeld auch mit dem Kaufmännischen Leiter Udo Bente über das Thema gesprochen."

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Schließlich wurde so aus einem Vorgesetzten ein Kollege. "Ich werde sehr gut begleitet, alle im Team haben viel Erfahrung", lobt Lenker die kollegiale Zusammenarbeit. Dementsprechend wichtig sei es ihr, die Fachbereichsleiter stets mitzunehmen.

Einen Wandel soll nach ihrem Willen die Außendarstellung ihrer Einrichtung erleben. "Die VHS leidet unter einem etwas angestaubten Image", sagt Lenker - und zwar zu Unrecht, wie sie betont: Schließlich gebe es neben vielen sprachlichen Angeboten, darunter Deutsch als Fremdsprache, auch berufliche Seminare in Kooperation mit den Arbeitgebern. Geplant sind außerdem Projekte unter anderem mit dem Sozialamt. "Unsere Kursleitungen arbeiten absolut professionell", tritt sie Klischees entgegen. "Da kommt keiner und sagt, ich kann ein bisschen mit dem Computer umgehen." Dass es auf politischer Ebene gelegentlich zu Reibereien zwischen den Bergischen Städten Wuppertal und Solingen kommt, ist der Wahl-Haanerin, die immer wieder auch Ausschüsse besuchen muss, nicht entgangen. "Wir wollen aber als Erfolgsprojekt dastehen und nicht als Zwei-Städte-Konstrukt", sagt Lenker.

Eine "VHS der kurzen Wege" schwebt ihr vor. Und das soll sich auch in Solingen bald auswirken. "Wir mieten für dieses Jahr neue Kursflächen an der Mummstraße an und sind auch auf der Suche nach Räumen in Ohligs", berichtet sie. Zudem konnte sie eine bereits an anderer Stelle aktive Mitarbeiterin des Hauses für die Zentrale Anmeldung an der Mummstraße gewinnen. "Es geht uns darum, einen konstanten Ansprechpartner dort vorzuhalten", erklärt sie. Im großen Ganzen etwas zu bewegen, reize sie an ihrer Tätigkeit, bekräftigt Lenker.

Das private Leben müsse sie selbst immer ein wenig um den Beruf "herumpuzzeln". Schließlich warteten immer wieder auch Termine am Wochenende und abends auf sie. Umso wichtiger sei dabei das verständnisvolle familiäre Umfeld - dabei kann die Mutter einer kleinen Tochter neben Ehemann und Schwiegereltern natürlich auch auf die eigenen Eltern zählen: "Sie kommen im Winter aus Kreta zu uns und helfen ganz viel mit."

(RP)