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Solingen: Netzwerk der Tagesmütter

Solingen : Netzwerk der Tagesmütter

Die Betreuung der Unter Dreijährigen wird hauptsächlich über Tagesmütter gesichert.

Was ist, wenn die Tagesmutter krank wird, wer kontrolliert ihre Arbeit, wie finde ich die richtige Betreuung für mein Kind? Diese Fragen treiben viele Mütter um, vor allem, wenn sie ihre Kinder bereits im Säuglingsalter in eine Betreuung geben wollen oder müssen. Die meisten Betreuungsplätze für unter Dreijährige werden in Zukunft bei Tagesmüttern sein und nicht in den Kindertagesstätten. Und da ist es dem Stadtdienst Jugend ein besonderes Anliegen, Tagesmütter gut auf ihre Aufgaben vorzubereiten und Familien, die einen Betreuungsplatz suchen, gut zu informieren. Diese geschieht jetzt mit zwei Informationssveranstaltungen in der Volkshochschule.

60 Kinder unter drei Jahren sind derzeit in der öffentlich finanzierten Kindertagespflege, "in vier Jahren sollen es 300 sein", erläutert Peter Eberhard, der Leiter des Stadtdienstes Jugend. Bei der Stadt für die Tagesmütter zuständig ist Christiane Franzgrote. "Wer sich als Tagesmutter qualifizieren will, absolviert zunächst ein Praktikum in einer Kita, dann folgt der 160 Stunden umfassende Kursus", erläutert die Mitarbeiterin des Jugendamtes, die die Tagesmütter auch regelmäßig besucht.

Merscheid unterversorgt

Qualifizierte Tagesmütter gibt es im gesamten Stadtgebiet, unterversorgt ist der Stadtteil Merscheid. Hier soll demnächst gezielt geworben werden. Bei allen Fragen rund ums Thema steht Christiane Franzgrote den künftigen Tagesmüttern gerne zur Verfügung. Betreut werden können die Kinder sowohl in der eigenen Wohnung als auch in angemieteten Räumen. Wenn sich zum Beispiel zwei Tagesmütter zusammentun, dürfen sie neun Kinder gleichzeitig betreuen und insgesamt 14 Betreuungverträge abschließen.

Wer Tagesmutter werden möchte, muss ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, sollte mindestens 21 bis 25 und höchstens 60 bis 65 Jahre alt sein. Auch im Hause lebende Familienmitglieder, die hygienischen Zustände und die Ausstattung der Räume werden einer kritischen Prüfung unterzogen. "Bei vielen Tagesmüttern steckt sehr viel Herzblut drin", weiß Christiane Franzgrote von ihren vielen Hausbesuchen.

(RP)