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Solingen: "Nehmen Lärm ernst"

Solingen : "Nehmen Lärm ernst"

Eine Interessengemeinschaft der Anwohner rund um das Ohligser "Getaway" kämpft gegen Lärm. "Get"-Geschäftsführer Ries schildert seine Sicht der Lage.

"Langsam verstehe ich nicht mehr, wo das Problem liegt", sagt Jürgen Ries, Geschäftsführer der Ohligser Diskothek "Getaway" auf der Kottendorfer Straße. Er sieht sich mit den Anschuldigungen und Beschwerden konfrontiert, die gegen ihn erhoben werden. Thomas Schmitt wirft ihm, zusammen mit der von ihm mit den Nachbarn ins Leben gerufenen Interessengemeinschaft, Ruhestörung durch Diskolärm sowie an- und abfahrende Besucher, Schlägereien vor dem "Getaway" mit Körperverletzung, Sachbeschädigung sowie Bedrohung und Belästigungen vor.

Verursacher sollen die Gäste der Diskothek sein. "Mir ist unbegreiflich, wieso die Beschwerden durch Herrn Schmitt nun wieder zunehmen und ich kann vieles von dem, was er mir vorwirft, entkräften", betont Ries.

1992 eröffnete er das "Getaway" in den Räumen der alten Beckmann Brauerei. "Entgegen anderer Behauptungen sind sie für eine Disco aufgrund ihrer dicken Backsteinmauern, die die Geräuschkulisse erheblich dämpfen, ideal geeignet." Aber Jürgen Ries ist auch bereit, Fehler einzuräumen. "Gerade im ersten Jahr, also 1992, und in den Folgejahren ist bestimmt nicht immer alles ideal gelaufen."

Über Bässe beschwert

Fünf bis sechs Öffnungstage habe es damals noch gegeben und Beschwerden seien eingegangen. Thomas Schmitt und Ries lernten sich laut Ries jedoch erst 2004 kennen. Damals hatte der "Get"-Geschäftsführer beschlossen, seine Disco nicht mehr so häufig zu öffnen. Mittwochs öffnete das "Getaway" nur noch im oberen Bereich und eine andere Anlage wurde genutzt. Schmitt habe sich daraufhin wegen der Bässe beschwert. "Seine Frau lud mich zu sich ein und ich hörte wirklich Bässe", erinnert sich Jürgen Ries. Ein Lärmschutzgutachten bestätigte leicht erhöhte Tiefenfrequenzen und die Anlage wurde abgebaut und zukünftig in der Cocktailbar genutzt.

Fast anderthalb Jahre habe es dann keine Beschwerden gegeben. Dann beklagten sich Anwohner, nicht jedoch Schmitt, über Lärm durch Besucher des "Getaway". "Wir haben einen Runden Tisch mit allen Beteiligten, der Polizei und dem Ordnungsamt gegründet und besprochen, was zu verbessern wäre und dass wir uns zukünftig bei Problemen unmittelbar austauschen wollen", erzählt Jürgen Ries.

Schmitt, der nun auch die Anlage in der Cocktailbar beklagte, sei ein Veranstaltungsplan durch ihn zugegangen, damit er genau ausmachen konnte, wann Probleme auftauchen. "Eine Antwort habe ich nie bekommen", so Ries. Anders, als Schmitt behaupte, gebe es auch einen umfangreichen Security-Dienst, der nur kurzfristig wegfiel, als das "Get" weniger Öffnungstage hatte. "Schmitt lief sogar herum und filmte mit der Kamera offene Fenster wie dieses", sagt Ries und zeigt auf ein kleines Fabrikfenster.

Natürlich gebe es – anders als behauptet – eine Lüftungsanlage und man sei bemüht, Fenster und Türen zu schließen. Außerdem hat Ries ein Lärmschutzgutachten beantragt. "Ich wünsche mir, dass die Interessengemeinschaft und ich unseren Dialog wieder aufnehmen."

(RP)