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Nachwuchs-Autor aus Solingen: Mark Ruso auf Weg zur Autoren-Karriere

Solinger Nachwuchsautor Mark Ruso : Der Weg zur Autoren-Karriere

Der Solinger Nachwuchsautor Mark Ruso ist gerade dabei, sein Hobby zum Beruf zu machen. Gerade ist eine Geschichte von ihm in einer Anthologie erschienen. Und auch sein Debüt-Roman steht kurz vor der Veröffentlichung.

In den Katakomben von Paris verirrt sich ein junger Tourist. Es ist dunkel und er hört seltsame Geräusche. Dann fällt er in ein Loch. Etwas packt ihn. Sind die alten Knochen wieder zum Leben erwacht und wollen ihn in die Tiefe ziehen? Dieses beängstigende Szenario macht der Solinger Autor Mark Ruso in seiner Geschichte „Cataphiles“ auf. Die ist gerade als eine von 30 Kurzgeschichten in der Sammlung „Anxt“ des muc Verlags aus München erschienen.

„Es ist für mich das erste Verlags-Buch, in dem eine Geschichte von mir abgedruckt ist“, sagt Ruso über das Buch, das Geschichten aus den Genres Thriller, Horror und Mystery enthält. Aber nicht nur deshalb ist ihm die Veröffentlichung wichtig. „Es ist eine gute Möglichkeit, überhaupt erst mal einen Einstieg zu finden“, sagt der Solinger, der in Aufderhöhe lebt. Über solche Anthologien könne er Kontakte zu Verlagen sowie Lektorinnen und Lektoren sammeln, die für den späteren Werdegang nützlich sind. Denn Mark Ruso – der eigentlich Markus Rohde heißt, aber unter Pseudonym veröffentlicht – ist gerade dabei, mehr aus seinem Hobby zu machen. „Ich arbeite da jetzt relativ intensiv dran“, sagt der 46-Jährige. „Langfristig möchte ich zumindest einen Teil meines Lebensunterhalts mit dem Schreiben bestreiten.“

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Richtig angefangen damit hat Ruso vor rund acht Jahren. Schon im Kindergarten habe er sich Geschichten ausgedacht, in der Jugend dann Gedichte und Lieder geschrieben. „Irgendwann habe ich mich dann aber vor allem mit der Malerei und der Musik beschäftigt. Ich wollte ursprünglich Musiker werden.“ Später tauschte er Cello und Gitarre aber wieder gegen Stift beziehungsweise Tastatur. „Ich habe festgestellt, dass ich mich über das Schreiben besser ausleben kann.“ Gestartet ist er dann gleich ambitioniert mit einem ersten Roman. „Der ist bis heute nicht beendet“, gibt Ruso lachend zu. Im Gegensatz zu anderen Manuskripten.

Eine wichtige Erkenntnis war für ihn nach einer Weile: Das eigene Schreiben wird besser, sobald man in den Austausch mit anderen tritt. Er habe sich im Internet einigen Schreib-Foren angeschlossen und dort wertvolles Feedback von anderen Autorinnen und Autoren bekommen. „Zuerst war es frustrierend zu sehen, was ich bis dahin falsch gemacht hatte.“ Doch der Austausch mit den anderen habe ihn motiviert. „Ich finde solche Communities wunderbar.“ Man lerne dabei nicht nur am eigenen Text, sondern auch, indem man anderen Mitgliedern Tipps gibt. „Das ist etwas, das vielen jungen Autoren fehlt: dass sie aus einem neutralen Umfeld heraus Feedback bekommen“, sagt Ruso.

Seitdem komme er mit dem Schreiben besser voran. Inzwischen kann er schon auf erste Erfolge blicken. Wie zum Beispiel die Veröffentlichung in der „Anxt“-Anthologie. Geschrieben habe er die Geschichte „Cataphiles“ schon in den Anfängen, jetzt konnte er sie aber so überarbeiten, dass sie bei der Ausschreibung des muc Verlags für die Geschichten-Sammlung unter gut 500 Einreichungen ausgewählt wurde. Und auch zwei Roman-Manuskripte hat er beendet. Einen Jugend-Abenteuerroman hat er gerade auf Verlagssuche geschickt. Das erste Manuskript – ein Krimi aus der Sicht eines Hundes – hat bereits beim Tribus Verlag einen Platz gefunden und wartet nun auf die Veröffentlichung.

Dabei sei es nicht immer leicht, im Alltag Zeit zum Schreiben zu finden. „Oft komme ich nur im Bus auf dem Weg zur Arbeit und nach Hause dazu.“ Demnächst werde er jedoch eine neue Stelle antreten mit weniger Wochenstunden. Dann bleibe ihm hoffentlich mehr Schreibzeit. Grundsätzlich sei es aber am wichtigsten, dran zu bleiben, egal, wie viel Zeit man hat. „Das ist auch mein Tipp an alle, die selber schreiben wollen: Jeden Tag schreiben.“ Und wenn es nur ein Satz ist. Auch das bringe die Geschichte voran.