Phunk Department Open Air: Musikfestival für Menschen „von null bis 90“

Phunk Department Open Air : Musikfestival für Menschen „von null bis 90“

Tolle Musik und viel Stimmung prägten das Phunk Department Festival. Das zog nach einjähriger Pause wieder Tausende nach Wald.

Sich spontan zum Hören ihrer Lieblingsmusik verabreden zu können, ohne eine dicke Geldbörse mit sich herumzutragen, nah an der Bühne zu stehen und sich zwischendurch eine Auszeit von wummernden Bässen zu gönnen – all das ist für Besucher moderner Großveranstaltungen eher ein Wunschtraum. In diesem Sinne ist das Phunk Department Open Air im Grunde, wie ein Musikfestival sein sollte: „Für so etwas haben wir uns früher immer eingesetzt“, erzählte Anna-Lena Bork, die sich etwas abseits der Bühne im Schatten der Bäume niedergelassen hatte. „Ich kenne hier viele Leute und bin jedesmal dabei“, verriet das ehemalige Mitglied im Jugendstadtrat.

Satte Elektrobeats, hallende Stimmen sowie Soul- und Funk-Schnipsel schwappten dabei vom DJ-Pult auf der „Turmhotel Bühne“ zu ihr und ihren Freunden herüber: Groovemaster K., international renommierter House-DJ mit musikalischen Wurzeln in Kölner Clubs, brachte die Fans vor der wuchtigen Bühne in Bewegung. Wer sich, des Tanzens müde, ein paar ruhige Minuten gönnen wollte oder den eigenen Kindern zuliebe ein wenig Abstand zu den Boxen suchte, für den war der Platz im Liegestuhl auf der Wiese ideal.

Diese Ungezwungenheit machte das Festival aus – und führte wohl auch dazu, dass erneut viele Gäste den eigenen Nachwuchs mitbrachten. Wie zum Beispiel Melanie Jäger: „Ich finde das so sehr entspannt, die Musik etwas aus der Entfernung mitzuverfolgen“, sagte die junge Mutter. Zum Open Air Festival war sie eher zufällig gekommen. „Ich wollte eigentlich nur zum Trödel gehen“, verriet sie, während in ihrem Rücken, hinter Sträuchern und Bäumen harte Gitarren erklangen.

Das Festival im Walder Stadtpark bot, nach einem Jahr Pause, erneut eine große Bandbreite an Musikrichtungen auf – von Techno und House über Reggae und Rock bis zu Hip-Hop. Zum Samstag gesellte sich dabei diesmal noch ein launiger Freitagabend dazu. An dem sorgte etwa der Berliner Rapper Shacke One für Furore – umso mehr, als er sogar Kumpel MC Bomber mitbrachte. „Da hatten wir wirklich eine Mega-Stimmung“, erzählte Festival-Organisator Andreas Dietrich tags drauf. Das Gleiche galt für den New Yorker House- und Techno-Veteran George Morel, der schon zum dritten Mal in die Klingenstadt gekommen war. Auch das Reggae-Zelt platzte aus allen Nähten.

Auch wenn das Phunk Department Open Air in seiner ersten Auflage ein reines Elektro-Festival gewesen war, stellte Dietrich klar: „Es war von Anfang an unser Anliegen, die unterschiedlichsten Musikinteressen zu befriedigen.“ Und das taten die Berliner Punkrocker „Alex Moffa Gang“ ebenso wie der gebürtige Mönchengladbacher Star-DJ und Produzent Marc Romboy, der seit vielen Jahren in Clubs rund um den Globus zuhause ist.

Aber wie in jedem Jahr holten die Organisatoren auch zahlreiche „Lokalmatadoren“ auf die Bühnen im Walder Stadtpark: Dazu gehörten unter anderem DJs wie Carlo Manzoni und Tobi Weiss oder Nicolas Stefan. Insgesamt standen 30 Bands und DJs auf der Besetzungsliste des Festivals.

Die Festival-Besucher Maggy, Daniel und Chantal (v.l.) waren begeistert. Foto: Köhlen, Stephan (teph)
Die Band Portmonee gehörte zu den musikalischen Gästen im Walder Stadtpark. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Weil das Open-Air-Ereignis eben auch ein Fest für die ganze Familie sein sollte, gab es auch abseits der Musik viel Programm – zum Beispiel eine Käfigfußball-Anlage oder eine „Beer-Pong“-Meisterschaft. Hinzu kamen mehrere Imbissbuden. Während im Stadtpark nun wieder die Normalität eingekehrt ist, gehen die Veranstalter in die Planung für das nächste Fest. Das soll dann wieder über zwei Tage laufen, wie Andreas Dietrich ankündigt: „Das hat das Festival-Gefühl noch einmal hervorgehoben.“ Und Besucherin Anna-Lena Bork ergänzte: „Das ist ein Festival für Menschen von 0 bis 90.“

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