Müngstener Brücke: Neue Chance für Welterbe-Status

Müngstener Brücke : Neue Chance für Welterbe-Status

Kurzfristig soll eine Bewerbung der Müngstener Brücke für die deutsche Vorschlagsliste erfolgen.

Die Konkurrenz ist groß, wenn es darum geht, die Müngstener Brücke im Verbund mit fünf weiteren europäischen Stahlbogenbrücken auf der Welterbe-Liste der Unesco zu platzieren. Doch Projektleiter Carsten Zimmermann von der Solinger Stadtverwaltung sieht jetzt die Chancen auf einen Erfolg steigen – und er hofft, dass der langjährige Prozess beschleunigt werden kann. Der Grund: Das Bewerbungsverfahren für Welterbe-Stätten in Nordrhein-Westfalen wurde neu geöffnet.

Der Plan ist, die Müngstener Brücke zusammen mit jeweils zwei Brücken in Portugal und Frankreich sowie einer in Italien zum Welterbe erklären zu lassen. Dabei handelt es sich um eine sogenannte serielle Bewerbung. Die Brücken wurden nacheinander im 19. Jahrhundert errichtet, wobei die Planungen jeweils auf den Erkenntnissen von den Vorgängerbauten basierten.

Die Bewerbung wird vom Solinger Rathaus aus koordiniert. Bis vor vier Wochen setzten die Protagonisten der Welterbe-Bewerbung vor allem auf ein Verfahren über die portugiesische Liste. Dort wird die Konkurrenz als nicht so groß eingeschätzt wie in Deutschland. Die Bewerbung dort wird aufrechtgehalten.

Die deutsche Liste hätte aber den Vorteil, dass die Projektleitung im bergischen Städtedreieck verstärkt Herrin der Lage wäre als bei einem portugiesischen Verfahren. Zimmermann sieht eine „wunderbare neue“ und zusätzliche Chance. Sie hätte den Vorteil, dass die Müngstener Brücke, wenn alles glatt läuft, innerhalb von zwei Jahren auf der deutschen Bewerbungsliste platziert werden könnte. Stätten, die es einmal auf die Listen der Staaten geschafft haben, erhalten nach seiner Einschätzung in der Regel früher oder später den Welterbe-Status.

Um dies zu erreichen, muss es bei der Bewerbung jetzt vor allem auch schnell gehen. Das Land NRW erwartet neue Bewerbungen bis Ende August. Dann werden auf der Landesebene zwei Bewerber ausgesucht. Da die Kulturlandschaft Ruhrgebiet hier außer Konkurrenz laufe, stünden die Chancen für die sechs Brücken nicht schlecht, erklärt Zimmermann. Er ist sicher: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“.

Von allen Vorschlägen der Bundesländer kann Deutschland jedes Jahr zwei Stätten an die Unesco melden. Wann dies im Fall der Brücken geschieht, ist allerdings noch nicht bekannt. Außerdem würde noch ein aufwendiges Prüfverfahren bei der Unesco folgen. Dafür müssten höchstwahrscheinlich weitere Gutachten erstellt werden – unter anderem zur weltweiten Bedeutung der Brücken.

(Boll)