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Müngstener Brücke inSolingen: Bahn rechnet mit Fertigstellung 2021

Bauvorhaben : Müngstener Brücke: Fertigstellung erst 2021 ?

Die Arbeiten am bergischen Wahrzeichen verzögern sich weiter. Und auch sonst gibt es viele Baustellen auf der Schiene – ein Überblick.

Die Sanierung der Müngstener Brücke entwickelt sich langsam, aber sicher zu einer schier endlosen Geschichte. Seit mehreren Jahren schon setzt die Deutsche Bahn AG das historische Bauwerk zwischen Solingen und Remscheid instand. Und eigentlich sollten die Arbeiten längst beendet sein. Doch nachdem es bereits in der Vergangenheit immer wieder zu Verschiebungen des Fertigstellungstermins gekommen ist, droht nun eine weitere Verzögerung auf der Großbaustelle.

Das geht aus einer Stellungnahme der Stadt für die ursprünglich für den 23. März geplante, aber im Zuge der Corona-Krise abgesagte Sitzung des Planungsausschusses hervor. In der Antwort auf eine mehrteilige Anfrage der Grünen zitiert die Verwaltung die Bahn als Eigentümerin der Brücke unter anderem mit den Worten, man gehe „je nach Baufortschritt von einer finalen Fertigstellung bis Mitte 2021 aus“. Zum Vergleich: Ende vergangenen Jahres hatte der Konzern noch davon gesprochen, die Arbeiten an dem bergischen Denkmal bis spätestens Ende 2020 abschließen zu wollen.

Verlängerung der S-Bahn 7

Damit verschiebt sich der Abschluss der Maßnahme aller Voraussicht nach einmal mehr nach hinten. Wobei die momentan laufende Auftragung des Korrosionsschutzes für die Brücke nicht die Baustelle im Bahnverkehr der Region ist.

So stellte die Stadt in ihrem Papier für den Planungsausschuss weiter klar, dass auf der Strecke des „Müngsteners“ bis zum Jahr 2028 nach Möglichkeit batteriebetriebene Züge verkehren sollen. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) verfolge eine entsprechende Zielsetzung, die tatsächlich zusätzliche Optionen bringen würde. Denn solche Schienen-BOB wären die Voraussetzung dafür, dass die Züge der S-Bahn 7 später einmal über den Solinger Hauptbahnhof in Ohligs hinaus bis nach Düsseldorf weiterfahren können.

Verspätungen der S-Bahn 1

Was wiederum einer spürbaren Erleichterung für die Pendler zwischen Solingen und der Landeshauptstadt gleich käme, haben sich gerade in den zurückliegenden Wochen und Monaten auf der S 1 doch wieder die Beschwerden über Verspätungen sowie Zugausfälle gehäuft.

Zwar stellte sich nach Einschätzung des Stadtdienstes Mobilität und generelle Planung diesbezüglich zuletzt ein spürbarer Aufwärtstrend ein. So habe sich „die Betriebsqualität deutlich verbessert“, heißt es demzufolge in der Stellungnahme der Verwaltung für den Planungsausschuss.

Gleichwohl sind gerade die S-Bahnen, die bis Dortmund durchfahren, wegen ihrer extrem langen Fahrtzeiten weiterhin besonders anfällig für Verspätungen – weswegen die Stadt in ihrer Antwort auf den Fragenkatalog der Grünen nun noch einmal ausdrücklich beteuerte, man habe „angesichts der Probleme beim Vorstand des VRR dringend Abhilfe angemahnt“.

S 1-Ersatzzüge

Ein Anliegen der Stadt, das umso dringlicher erscheint, gibt es doch mittlerweile auch keinen Ersatzzug mehr für die S-Bahn 1. Der Grund: Nach Angaben der Verwaltung ist diese Reserve-Bahn, die immer dann zum Einsatz kam, wenn auf der S 1 mal wieder zu große Verspätungen angefallen waren, inzwischen von ihrem bisherigen Standort am Flughafen Düsseldorf abgezogen worden.

Erst im Laufe des Jahres ist für das Netz der beiden Linien S 1 sowie S 4 ( Unna – Dortmund ) eine neue Betriebsreserve mit dazugehörigem Lokführer vorgesehen. Wobei der Verlauf der S 4 im östlichen Ruhrgebiet eine Stationierung des Zuges am Hauptbahnhof in Ohligs nach aktuellem Sachstand eher unwahrscheinlich ist. Zuvor hatten die Solinger Grünen angeregt, den Ersatzzug im östlichen Bereich des Hauptbahnhofs ( Hansastraße ) zu stationieren.

Neue Bahnstationen

Dafür stehen jedoch die Chancen gut, dass Solingen in absehbarer Zeit einen neuen Bahnhaltepunkt erhält. So teilte die Deutsche Bahn AG jetzt mit, ein neuer „Bahnhof Solingen-Meigen“ befände sich in der Tranche 2 des Programms „Kapazitätsoffensive Bahnhöfe“.

Das bedeutet, dass die Planungen für die zukünftige Station der S 7 im östlichen Bereich von Mitte 2022 beginnen werden. Erst danach könnte, so die Bahn, eine Ausschreibung der Bauleistungen erfolgen, weswegen über einen Fertigstellungstermin einstweilen keine Aussagen zu tätigen seien. Gleiches trifft auf den angedachten Halt Remscheid-Honsberg zu.

Drittes Gleis nach Köln

In noch weiterer Ferne liegt indes ein neuer Bahnhof in Landwehr. Dieser hängt laut Stadtverwaltung von dem Bau eines möglichen dritten Gleises an der Strecke Solingen – Köln ab. Klarheit dürfte eine Machbarkeitsstudie bringen, in deren Rahmen dann auch der Halt in Landwehr geprüft wird.