Solingen: Müngstener Brücke bleibt bis Dezember gesperrt

Solingen : Müngstener Brücke bleibt bis Dezember gesperrt

Voraussichtlich bis zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember ist Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke weiter gesperrt. Ursprünglich sollte die S 7-Strecke zwischen Solingen und Remscheid am 28. Juni wieder eröffnet werden.

Die Nerven der S-7-Pendler werden weiter arg strapaziert, denn die Sanierungsarbeiten an der Müngstener Brücke verzögern sich erneut - diesmal um gut ein halbes Jahr: Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke, die seit dem 1. April vergangenen Jahres gesperrt ist, wird von daher nicht wie zunächst geplant am 28. Juni wieder für den Zugverkehr freigegeben. "Neuer voraussichtlicher Fertigungstermin ist jetzt im Dezember dieses Jahres zum Fahrplanwechsel", erklärte Michael Käufer, Leiter des Produktionsstandortes Düsseldorf der DB Netz AG, am Mittwoch. Das wäre der 13. Dezember.

Im März war Käufer noch zuversichtlich, Ende Juni die 107 Meter hohe Eisenbahnbrücke wieder öffnen zu können. "Die Arbeiten gehen aber nicht wie geplant voran und wie wir uns das gewünscht haben", räumte Käufer ein. Vor allem beim Einbau der einzelnen Segmente der Fahrbahnbrücke, die einzelnen Arbeitsschritte nehmen deutlich mehr Zeit in Anspruch. "Das war zunächst nicht so eingeschätzt worden", sagte Michael Käufer und ergänzte, dass bei der Montage der 22 Tonnen schweren und 15 Meter langen Segmente Millimeterarbeit zu leisten sei. "Umfangreicher als ursprünglich geplant" gestalte sich zudem der Einbau der 28 Rollenlager. 60 statt 14 Tonnen Stahl müssen hier nun verbaut werden mit der Folge, dass auch diese Arbeiten länger dauern. Der vorgesehene Kostenrahmen von 30 Millionen Euro werde aber trotz längerer Sanierungsarbeiten und der Verwendung von mehr Material eingehalten.

Entgegen der ursprünglichen Planungen können auch einzelne Arbeiten nicht parallel ausgeführt werden. Exakt festlegen wollte sich Käufer allerdings gestern nicht, ob die Sanierungsarbeiten nun im Dezember abgeschlossen werden können. "Aus heutiger Sicht müsste das aber gelingen", sagte der Mitarbeiter der DB Netz AG. Kurz vor der Vergabe seien die Arbeiten für den neuen Korossionsschutz des Stahlkolosses. Diese Arbeiten würden drei Jahre in Anspruch nehmen, aber weitestgehend ohne Betriebseinschränkung. "Wir arbeiten mit Hochdruck und Gewissenhaftigkeit", betonte Käufer.

Für die Fahrgäste der S 7 bedeutet die weitere Sperrung der Müngstener Brücke - zwischen April bis November 2013 und noch einmal von April bis Ende Juni 2014 sollte sie lediglich gesperrt sein - sich weiter mit dem sogenannten Schienenersatz abzufinden. Gespräche mit dem Betreiber der Strecke, Abellio, und dem Verkehrsverbund seien geführt worden.

Die "Leidenszeit" der Pendler aus der Nachbarstadt Remscheid trifft die weitere Sperrung der Müngstener Brücke aber noch härter: Denn in den Sommerferien vom 5. Juli bis 18. August werden auf der Strecke des Müngsteners neue Gleise und Weichen zwischen Remscheid und Wuppertal verlegt - auch dieses Teilstück ist damit für mindestens sechs Wochen gesperrt und die Großstadt Remscheid damit vom Zugverkehr gänzlich abgekoppelt. "Die Nerven der Pendler liegen blank", sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Jens Nettekoven, der Käufer an die Zusage der Bahn erinnerte, dass es keine Überschneidung der beiden Baustellen auf der Linie des Müngsteners geben werde. Doch ein kurzfristiges Aufschieben dieser Arbeiten sei laut Käufer nicht möglich "und unter vier Wochen und ohne Vollsperrung auf diesem Streckenabschnitt geht es auch nicht."

(RP)