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Mord in Solinger Hofschaft: 76-Jährige erschlagen

Polizei sucht Zeugen : Blankes Entsetzen nach Mord in Solinger Hofschaft

Die Fahndung nach dem Täter, der am Wochenende in der Ohligser Hofschaft eine 76-jährige Frau umgebracht hat, läuft auf Hochtouren. Eine Mordkommission ermittelt. Die Nachbarn sind schockiert und fürchten um die Sicherheit.

Die Jalousien des zweistöckigen Hauses an der Straße Schnittert blieben auch am Montag geschlossen. Nachbarn hatten zuvor bereits Grablichter aufgestellt, während die Beamten der Kriminalpolizei weiterhin damit beschäftigt waren, Spuren jenes Verbrechens zu sammeln, das die kleine Solinger Hofschaft seit dem zurückliegenden Wochenende in eine Art Schockzustand versetzt hat.

Nach dem am Samstagnachmittag entdeckten Mord an einer 76-jährigen Frau in Schnittert herrscht in der Nachbarschaft nach wie vor blankes Entsetzen. „Viele Menschen haben Angst und wollen sich nun ihrerseits verbarrikadieren“, fasste am Montagmittag beispielsweise ein Mann, der mit seiner Familie direkt neben dem Haus der Ermordeten wohnt, die Stimmungslage in der Hofschaft zusammen.

Nachbarn haben Blumen und Grableuchten aufgestellt. Foto: Peter Meuter (pm)

So machten sich gerade etliche ältere Einwohner Gedanken darüber, ob der Täter die allein lebende Witwe vor der Tat beobachtet habe, sagte der Nachbar. Denn immerhin, so der Schnitterter, deute ja vieles auf einen Einbruch hin, der letztendlich zu einem Tötungsdelikt eskaliert sei. Und der die Frage aufwerfe, inwieweit die Menschen in der Hofschaft am Nordrand von Ohligs noch sicher seien.

Wobei einstweilen offen bleibt, inwieweit es sich bei der Tat wirklich um einen Raubmord handelt. Denn wie die Staatsanwaltschaft Wuppertal auf Anfrage bestätigte, wurden an dem Tathaus bislang keine Einbruchsspuren entdeckt. Zwar sei die Wohnung der 76-Jährigen nach dem Mord durchsucht worden, teilte der zuständige Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt mit. Doch gelte es nun, zunächst alle Spuren auszuwerten, hieß es weiter bei den Ermittlern.

Dementsprechend setzten die Beamten der direkt nach Entdeckung des Verbrechens am Samstagnachmittag gebildeten 15-köpfigen Mordkommission am Montag ihre Arbeit fort. Augenzeugen zufolge gingen die Polizisten am Vormittag in Schnittert von Haus zu Haus, um die Nachbarn der Ermordeten nach möglichen Beobachtungen zu befragen.

Fest steht bisher allerdings nur, dass die 76-jährige Frau nach Freitag, 16 Uhr, auf den oder die Täter gestoßen sein muss. Denn als Verwandte der Witwe die Frau knapp 24 Stunden später, am Samstagnachmittag gegen 15 Uhr, besuchen wollten, entdeckten sie die Ermordete in ihrem Haus und alarmierten die Polizei.

Sofort eingeleitete Fahndungsmaßnahmen blieben jedoch ohne Erfolg – was zur Folge hat, dass die Ermittler der Mordkommission in den kommenden Tagen vor allem auf Zeugenaussagen angewiesen sein dürften, um Licht ins Dunkel zu bringen. So rief die Polizei jetzt noch einmal dazu auf, verdächtige Vorkommnisse so schnell wie möglich bei den mit der Aufklärung des Falls betrauten Behörden zu melden (siehe Info-Kasten).

Derweil überwogen in Schnittert selbst am Montagnachmittag nach wie vor Trauer und Fassungslosigkeit angesichts des Verbrechens. „Es ist einfach furchtbar, wenn so etwas in der eigenen Nachbarschaft geschieht“, sagte ein weiterer Anwohner. Erst vor kurzem habe er die ermordete Frau noch draußen gesehen. Die 76-Jährige habe nach dem Tod ihres Ehemannes allein in ihrer Wohnung in dem Zweifamilienhaus gewohnt und einen Sohn gehabt, der seine Mutter regelmäßig besucht habe.

Nach Entdeckung der Tat war das Grundstück am Wochenende zunächst mit Flatterband abgesperrt worden. Darüber hinaus hatte die Polizei die Wohnungstür des Opfers versiegelt. Wie genau die Frau umgebracht wurde, wollten Polizei und Staatsanwaltschaft aus „ermittlungstaktischen Gründen zu Wochenbeginn indes noch nicht bekannt geben. Dabei handele es sich um mögliches Täterwissen, hieß es.