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Mittelstand in Solingen, Remscheid und Leverkusen ist skeptisch

Umfrage bei Firmen in Solingen, Remscheid und Umgebung : Der Mittelstand schaut skeptisch in die Zukunft

Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform befragte 250 Firmen aus Solingen, Remscheid sowie Leverkusen und Umgebung über die Geschäftslage. Der Krieg in der Ukraine und steigende Kosten trüben die Erwartungen.

Die mittelständischen Unternehmen mit zehn bis 500 Mitarbeitern in der Region der Großstädte Solingen, Remscheid und Leverkusen schauen mit Sorge in die nahe Zukunft. Der Krieg in der Ukraine, damit verbundene Kostensteigerungen im Energiebereich, Lieferkettenprobleme und unter anderem die Inflation trüben die Erwartungen in den kommenden sechs Monaten. Der Angriff habe zu massiven Unsicherheiten auf den Weltmärkten für Rohstoffe und Energieträger geführt und die Preise beispielsweise für Kraftstoffe explodieren lassen. „Die Unternehmen sind verunsichert“, sagt Ole Kirschner. Zusammen mit Kurt Ludwigs stellte der Geschäftsführer der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Solingen am Mittwoch die Wirtschaftslage im Mittelstand im Frühjahr 2022 vor.

An der Umfrage beteiligten sich 250 Firmen, darunter 64 aus Solingen, 41 aus Remscheid sowie 32 aus Leverkusen. Der Rest entfällt auf kleinere Städte aus der Umgebung der drei Großstädte. Mehr als drei Viertel der Befragten (77 Prozent) beschäftigt zwischen zehn und 50 Mitarbeiter. Befragt wurden die Unternehmen von Ende März bis Mitte April – also in einem Zeitraum, in dem der russische Angriffskrieg in der Ukraine bereits im Gang war.

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Betrachtet wurden dabei die vergangenen sechs Monate, zudem wurden die Geschäftserwartungen für das kommende Halbjahr abgefragt. Gerade beim Ausblick in die nahe Zukunft ist eine massive Verunsicherung deutlich zu spüren. „Die Geschäftserwartungen der Mittelständler sind zwar insgesamt noch besser als im Vorjahr“, sagt Ole Kirschner. Aber nur noch jedes fünfte befragte Unternehmen geht von einer verbesserten Geschäftslage aus (Vorjahr 47,8 Prozent). 54,5 Prozent glauben, dass die Geschäftslage so bleibt, wie sie sich momentan darstellt. Aber 23,9 Prozent der Unternehmen befürchten eine Verschlechterung. „Im Frühjahr 2021 zählten wir hier kein Unternehmen“, sagt Kirschner.

Die Mehrzahl der mittelständischen Betriebe (77,3 Prozent der Befragten) geht davon aus, die Angebotspreise zu erhöhen und diese auch am Markt durchsetzen zu können. „Bei Angeboten steht vielfach, dass es sich um Tagespreise handelt“, sagt Kirschner. Bei konkreten Bestellungen muss also von Erhöhungen ausgegangen werden. Ohnehin befürchten 87 Prozent der Teilnehmer der Creditreform-Untersuchung, dass sie teurer als bisher einkaufen müssen.

Das gilt für nahezu alle Branchen, sei es der Bausektor, die Industrie, den Handel oder die Dienstleister. „Das Gesamtumfeld ist ziemlich durcheinander“, sagt Ole Kirschner, „der Mittelstand und die gesamte deutsche Wirtschaft stehen vor einem schwierigen Geschäftsjahr.“

Dabei sah es für die Mittelständler in den vergangenen sechs Monaten gar nicht schlecht aus. Die zuletzt zunehmenden Lockerungen der Corona-Politik ließen ein Stück Normalität zu. Fast sieben von zehn Unternehmen freuten sich über eine gute beziehungsweise sehr gute Auftragslage, insbesondere die Baubranche. Das Geschäftsklima war im Vergleich zum Vorjahr deutlich freundlicher, aber weiterhin schwächer als vor Beginn des Corona-Ausbruchs im Frühjahr 2020. Ole Kirschner: „In Schulnoten ausgedrückt ergibt sich in diesem Frühjahr für die Region eine 2,2 nach 2,3 im Vorjahr.“

Bei den Bauunternehmen wird die Lage mit der Schulnote 1,6 wie bei den Dienstleistern (1,9) noch besser bewertet. Händler (2,4) und Industrie (2,6) vergeben etwas schlechtere Noten.