Mitte – ein Solinger Stadtbezirk im Wandel

Die Innenstadt verändert ihr Aussehen : Mitte – ein Solinger Stadtbezirk im Wandel

Die Innenstadt verändert ihr Gesicht. Dabei ist Mitte mehr als „nur“ die City: Beispiele sind der Coppelpark und die Lutherkirche.

Im übertragenen Sinne teilt Mitte das Schicksal etlicher Dinge, die im Allgemeinen für selbstverständlich gehalten werden – man schenkt ihm nicht eben viel Beachtung. Was sich im Fall des zentralen Solinger Stadtbezirks zum Beispiel darin ausdrückt, dass er der Internet-Enzyklopädie „Wikipedia“ gerade einmal einige wenige dürren Zeilen wert ist.

Kein Vergleich jedenfalls zu anderen Teilen der Klingenstadt, die online weit mehr Beachtung erfahren. Dabei ist gerade Mitte als Verwaltungszentrum, Handelsstandort sowie Wohnquartier eines der spannendsten Pflaster in Solingen. Das findet jedenfalls Richard Schmidt, der bereits seit einer Reihe von Jahren als Bezirksbürgermeister in der Innenstadt fungiert und der sicher ist, dass speziell sein Bezirk in der nächsten Zeit eine Renaissance erleben wird. „Mitte ist ein Stadtbezirk im Wandel“, sagt der Sozialdemokrat, der in Leverkusen aufwuchs, jedoch seit über drei Jahrzehnten Solinger ist.

Eine lange Zeit, in der Schmidt hautnah mitbekommen hat, wie sich sein Bezirk, aber auch das Verhältnis der Menschen zu ihrer unmittelbaren Heimat verändert hat. „Es gibt viel Engagement“, lobt der Bezirksbürgermeister, der eine ganze Reihe von Beispielen für die Bemühungen der Bürger in Mitte aufzulisten vermag.

Als die Stadt etwa vor einigen Jahren nicht mehr in der Lage war, den Coppel-Park zu unterhalten, schlossen sich Bürger zusammen, um diese Aufgabe zu stemmen. Und auch wenn es dem Verein inzwischen an Nachwuchs fehlt, gibt es Zeichen dafür, dass sich weiter Freiwillige einbringen. „Zuletzt hat eine Begehung des Parks mit Vertretern des Seniorenbeirats stattgefunden, bei der die Möglichkeit besprochen wurde, dass sich ältere, noch fitte Mitbürger um den Erhalt des Parks kümmern“, berichtet der Bezirksbürgermeister von Mitte.

Der Coppel-Park soll als „Grüne Lunge“ in Mitte erhalten bleiben. Foto: Meuter, Peter (pm)

Ein Konzept, das tragen könnte – zumal es anderswo auch klappt. Die Lutherkirche (Schmidt: „Die schönste Kirche Solingens“) wird ebenfalls von Freiwilligen betreut – wobei gerade dort, am Südtor zur City, deutlich wird, dass es unterschiedliche Aktivitäten braucht, um die Stadt nach vorne zu bringen.

„Ich hoffe, dass sich auf dem Omega-Gelände bald etwas tut“, sagt Richard Schmidt, für den sich gerade an dieser Stelle der City die Dinge ineinander fügen müssen. Denn während die Zukunft des alten Industrieareals zwischen Kölner Straße und Birkenweiher bis auf Weiteres noch im Ungefähren bleibt, werden ein paar Schritte weiter Nägel mit Köpfen gemacht.

Bezirksbürgermeister Richard Schmidt mit Redakteur Martin Oberpriller am Neumarkt. Foto: Meuter, Peter (pm)

Die Sparkasse wird am Neumarkt demnächst ihre neue Hauptstelle errichten. Ein städtebauliches Projekt, dessen Bedeutung kaum zu gering eingeschätzt werden darf. Sobald nämlich die moderne Zentrale fertiggestellt ist, kann der alte Sparkassen-Bau an der Kölner Straße weichen und Platz machen für Wohnbebauung, was wohl – neben der Aufwertung des Neumarkts als Einzelhandelszentrum – die wichtige Folge der neuen Sparkasse sein wird.

„City 2030“: Unter diesem Stichwort bemüht sich die Stadt um die größte Umgestaltung der City seit dem Zweiten Weltkrieg. Weniger Geschäfte, mehr gute Wohnungen – ein Modell, das schon in anderen Städten Schule macht und überdies dem verstärkten Zuzug nach Solingen entspricht.

Das Ziel ist es dabei, für eine größere soziale Heterogenität in der Innenstadt zu sorgen und so zusätzliches Leben nach Solingen zu bringen. Was für Bezirksbürgermeister Schmidt nur folgerichtig wäre. Denn in seinen Augen ist Mitte längst ein richtig lebenswerter Solinger Stadtbezirk.

Mehr von RP ONLINE