Solingen: Mitarbeiter von GE Healthcare streiken

Solingen: Mitarbeiter von GE Healthcare streiken

Rund 60 Außendienstler beim Medizindienstleister legten gestern die Arbeit nieder. Sie fordern vomUnternehmen die Anerkennung des Flächentarifvertrags in der Metall- und Elektroindustrie.

Mitarbeiter aus dem ganzen Bundesgebiet trafen sich gestern am Altenberger Weg, um mit Trillerpfeife und Transparenten ihre Belange zu vertreten. "Es sind sogar Kollegen aus Garmisch-Partenkirchen angereist, die heute Morgen um drei Uhr im Auto saßen", berichtete Marco Spengler von der IG Metall. Die Gewerkschaft will beim Unternehmen den Flächentarifvertrag durchsetzen.

Drei Verhandlungsrunden über einen Anerkennungstarifvertrag für die Service-Mitarbeiter im Außendienst sind jedoch bereits gescheitert. "Beim dritten Gespräch waren nicht einmal mehr offizielle Vertreter des Arbeitgebers anwesend", monierte Spengler. Nur eine kleine Gruppe der Mitarbeiter beim multinationalen Unternehmen mit Sitz in Großbritannien ist überhaupt in der IG Metall organisiert.

50 ehemalige Freiburger Mitarbeiter im Außendienst bekamen bei ihrem Wechsel zum tariflich nicht gebundenen Standort Solingen einen Einzeltarifvertrag mit. Die Abweichungen in der Entlohnung erfahrener Servicetechniker innerhalb des eigenen Unternehmens lägen bei bis zu 40 Prozent, erklärte Spengler. "Jeder muss seinen Vertrag selber aushandeln, und auch die Lohnerhöhungen liegen unter den tarifüblichen Erhöhungen in der Branche", sagte Thomas Schmitthauser, der seit sechs Jahren für General Electric (GE) Healthcare tätig ist.

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"Es ist schade, dass jüngere Mitarbeitern für die gleiche Arbeit nicht ansatzweise so viel bekommen wie die älteren Kollegen", beklagte auch Mathias Guggenberger. Der 27-jährige Medizintechniker ist seit zweieinhalb Jahren im Saarland und in Rheinland-Pfalz für das Unternehmen im Einsatz. "Niemand von den Mitarbeitern hat bisher an einem Warnstreik teilgenommen", sagte Spengler, der die Bedeutung der Außendienstler für GE hervorhob: "Das sind hochqualifizierte Servicetechniker, die an einer zentralen Schaltstelle sitzen." Sie kümmern sich zum Beispiel für die Wartung und Reparatur von Ultraschall- und EKG-Geräten.

"Auch während des Streiks haben Freelancer Notdienst", betonte Spengler, der mit einer Verschärfung des Arbeitskampfes drohte: "Wir hoffen auf eine erneute Aufnahme von Verhandlungen, ansonsten müssen wir einen weiteren Warnstreik oder über eine Urabstimmung nachdenken." In der möglichen Übernahme des französischen Energiekonzerns Alstom durch GE sieht Spengler Vorteile: "Wenn das passiert, muss GE aufgrund der Tarifbindung mit der IG Metall einen Vertrag aushandeln."

(ied)
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