Ansichtssache: Mit verkaufsoffenen Sonntagen Innenstädte beleben

Ansichtssache: Mit verkaufsoffenen Sonntagen Innenstädte beleben

Verkaufsoffene Sonntage können die Innenstadt beleben. Offene Läden allein reichen aber nicht aus, begleitende Aktionen sorgen mit für Zulauf.

Die Zeit vor Weihnachten ist für den Einzelhandel die wichtigste - vor allem die umsatzstärkste. Denn rund ein Fünftel des Jahresumsatzes wird in diesen Tagen eingefahren. Viele Verbraucher haben zu Beginn des Monats Weihnachtsgeld bekommen. Allgemein herrscht wegen der guten Konjunkturlage ohnehin Ausgabenfreude und Einkaufslust.

Da passt es gut, dass morgen in der Solinger Innenstadt zusätzlich noch ein verkaufsoffener Sonntag angeboten wird. Insbesondere auch Menschen, die unter der Woche arbeiten und vor Weihnachten keinen Urlaubstag einschieben können und von daher wenig Zeit für Weihnachtseinkäufe haben, werden die offenen Geschäfte ansteuern.

Ihnen wie Anderen werden nicht nur offene Ladentüren in der Zeit zwischen 13 und 18 Uhr geboten, vielmehr wird mit zusätzlichen Attraktionen wie Curling oder auch einem Snowboard-Simulator auf dem Fronhof und dem Alter Markt sowie dem Weihnachtsmarkt auf dem Mühlenplatz obendrein noch ein Einkauferlebnis offeriert. Der Gesetzgeber hat derlei Veranstaltungen ohnehin als wichtig eingestuft: Diese Aktionen müssen nämlich mehr Menschen anlocken als es die offenen Geschäfte vermögen.

Foto: Kempner Martin
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In der Klingenstadt haben die Beteiligten an einem Runden Tisch Konsens darüber erzielt, an welchen Sonntagen die Einzelhandelsläden geöffnet werden dürfen. Stadt, Kirchen, Einzelhandel und Gewerkschaft haben eine entsprechende Vereinbarung getroffen, und niemand ist davon abgerückt. Dabei wurden die gesetzlichen Vorgaben umgesetzt. In anderen Städten war dies nicht der Fall. Von daher sind die Beteiligten aufgerufen, auch für das kommende Jahr Abmachungen zu treffen.

Verkaufsoffene Sonntage sollen gleichwohl die Ausnahme bleiben. Mit den verbundenen Festen und Aktionen zusammen bilden sie aber ein echtes Einkaufserlebnis beziehungsweise Anlass, in die Innenstädte oder Stadtteile zu kommen. In Zeiten, in denen der Leerstand Überhand nimmt und der Internethandel von Erfolg zu Erfolg eilt, muss der stationäre Handel gestärkt werden. Dazu können verkaufsoffene Sonntage mit allem Drum und Dran beitragen.

So gesehen sind verkaufsoffene Sonntage auch ein Beitrag zur Attraktivierung der Innenstädte. Gerade die Solinger City hat hier erheblichen Nachholbedarf. Verwaltung, Politik, Hauseigentümer, Händler und Anwohner müssen überdies ein gemeinsames Interesse daran haben, sich schnell auf ein umsetzbares Konzept zu verständigen. Nur dann kann die Innenstadt profitieren.

(uwv)