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Solingen: Mit Kameras gegen Ganoven

Solingen : Mit Kameras gegen Ganoven

Videoüberwachung in der Stadt soll in erster Linie abschreckende Wirkung haben. Sie hängen ins Bussen, Sparkassen, in verschiedenen Behörden der Stadt: Kameras, die das Geschehen aufzeichnen. Und in erster Linie sollen sie helfen, Straftäter dingfest zu machen.

Wie in dieser Woche den Messerstecher, der durch eine Videoaufzeichnung aus einem Stadtwerkebus zweifelsfrei als Täter überführt werden konnte. Doch es gibt auch Bereiche, da werden Kameras von den Bürgern als unangenehm empfunden.

Das hat zum Beispiel die Sparkasse festgestellt, die sich daher entschlossen hat, nicht an jedem Geldautomaten eine Kamera zu installieren. "Die Erfahrungen anderer Sparkassen haben gezeigt, dass sich Kunden durch Kameras, die in den Geldautomaten installiert wurden, gestört fühlen", sagte Sparkassen-Vorstandsmitglied Manfred Kartenberg.

Daher überwache man in Solingen nur die Kassenhallen und Foyers und mache die Kunden auch mit Hinweisschildern darauf aufmerksam. Bei Geldautomaten außerhalb der Gebäude dürfe man ohnehin nicht überwachen, da man sich im öffentlichen Raum befände. Hierfür ist einzig die Polizei zuständig, und die hat in Solingen bislang keinen Grund gesehen, bestimmte Plätze mit Kameras zu überwachen.

Anders ist es innerhalb der Stadtverwaltung in den Bereichen mit Publikumsverkehr. Hier hat die Stadt Hausrecht und kann die eine oder andere Überwachung veranlassen. Wo, darüber will man nach Aussage von Stadtsprecherin Birgit Wenning-Paulsen keine Angaben machen, damit sich niemand, der Böses plane, in Sicherheit wiegen könne. Wie bei der Sparkasse werden die Aufzeichnungen nach einer gewissen Zeit vernichtet. Wenn nichts vorgefallen ist, bestehe kein Grund, die Filme aus den Überwachungskameras anzusehen.

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Fast alle Busse haben Kameras

Ganz offen geht man mit der Videoüberwachung bei den Solinger Stadtwerken um. "70 von 98 Bussen sind bereits mit Überwachungskameras ausgestattet, alle neuen Busse, die angeschafft werden, verfügen über Kameras", sagt Conrad Troullier, Stadtwerke-Geschäftsführer für die Sparte Verkehr. Die Überwachung trage zum subjektiven Sicherheitsgefühl der Fahrgäste bei, ist Troullier sicher, bislang habe es noch keine Beschwerden gegeben.

Die in den Bussen aufgezeichneten Filme löschen sich nach 48 Stunden automatisch. Auch hier gilt: Ist nichts vorgefallen, sieht die Aufzeichnungen niemand. Hilfreich können die Bänder allerdings sein, wenn es zu Gewalttaten im Bus kommt oder zum Taschendiebstahl, Dinge, die nicht selten sind. Auch bei Unfällen werde teilweise auf Aufzeichnungen der Überwachungskameras zurückgegriffen, wobei die Kameras nur den Innenraum der Fahrzeuge erfassen dürfen und nicht den öffentlichen Verkehrsraum.

(RP)